warum bin ich hier?

Gefühlt ganz weit weg, mitten im Wald,
fühle ich mich trotz aller landschaftlichen Schönheit geballt
allein und bin doch unter so vielen Menschen, zu vielen zumeist,
irgendwie laufe ich immer im Kreis…

Bin seit vier Tagen in einer
„medizinisch-berufsorientierten Heilmaßnahme“ – Reha… in einer psychosomatischen Fachklinik
für Abhängigkeitserkrankungen, Familien-Psychologie und Psychosomatik.
Also alles „vertreten“…
Weil ich ja vor drei Jahren eine Hilfe für mein weiteres Arbeitsleben beantragt habe, kurz „LTA“ – lang
„Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“…
Seit gut drei Jahren nun, seit 2 1/2 Jahren läuft das Widerspruchsverfahren gegen die Ablehnung dieses Antrags.
Und nun… bin ich hier und jeder Tag, jede Minute ist ein Kampf,
gegen die oft so unfassbare Geräuschkulisse, die vielen Leute, den Krach auf dem Flur in dem ich mein Zimmer habe, sich „einfügen“ obwohl ich oftmals lieber „unsichtbar“ sein möchte…

Da begegnete mir auf meinen täglich mehrfachen „Runden“ eine wunderschöne Blume… und über diese habe ich dieses Gedicht geschrieben:

So wie diese schöne Blume,
die ihre Blütenblätter leuchtend zeigt,
inmitten hoher Bäume und sandigem Waldboden,
da so steht, für sich allein,
so fühle ich mich HIER zur Zeit.

Wer oder was bin ich? Inmitten so vieler anderer?
Fühle mich der Sonnenblume so nah und fürchte diese hohen „anderen“.
Bäume, Tiere, Pflanzen liebe ich so sehr.
Doch dieses Bild… Das zeigt mir mehr.

Die Bäume strahlen hier die Macht aus, die mich so oft umgehauen hat,
sie stehen hoch über der Blume die im Winde schwankt,
die Bäume können aber auch Ruhe zeigen und geben,
die ich für mich brauche und ohne wirkliche Ruhe werde ich krank.

Das Zweifeln, Grübeln wie es für mich „weitergeht“,
was auf mich zu kommt,
ob diese Bäume mich beschützen oder mich unterdrücken, ich frag mich
wie ich „Blume“ bleiben kann auf „diesem Weg“.

Dieser Weg, diese Kreuzung, die ich noch nicht sehe.
Die mir hier vielleicht bevorsteht.
Diese Blume, so schön und einzigartig in diesem Stück Wald.
Diese Besonderheit, die manchmal nicht weitergehen kann und auch manchmal nicht weitergeht…

Warum immer weiter?
Warum immer mehr?
Warum immer höher, schneller, besser?
Das ängstigt mich so sehr.

Warum kann ich nicht einfach Sonnenblume sein und bleiben?
Warum hab ich das Gefühl,
mit zu treiben?

Möchte so gern „nur“ Sonnenblume sein,
für andere sanfte Wesen als Freude und ihnen von „meiner“ Sanftheit geben.
Möchte besonnen, achtsam, entschleunigt und trotzdem „anerkannt“
einfach da sein dürfen und friedlich leben…

by hoschkat – Bildeigentum hoschkat

by hoschkat, Bildeigentum hoschkat

Freu mich auf deinen Kommentar!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s