zwischen Freude und Trauer

Meinem schwarzen Hundekumpel geht es nicht mehr so gut.
Die gemeinsamen morgendlichen Hunde-Gassi-Runden musste ich vor einigen Wochen reduzieren und nun … machen wir sie nicht mehr.

Es war im September, morgens gegen halb 7 war es schon hell und meist recht freundliches Wetter.
Seine Familie war gerade einige Tage aus dem September-Urlaub zurück und diese Urlaubsbetreuung lief auch wieder gut.

Somit machte ich mich an einem Dienstag morgens halb 7 wieder los und Carlos freute sich wie immer wenn er mich sah.

Wir gingen einige Meter um die Ecke an der Straße zum Park, als es mir wieder auffiel:
Er war sehr langsamer als sonst. Er zog (mich) GAR NICHT MEHR.
Er zog statt dessen seinen linken Hinterlauf deutlicher nach.
Da war sich schon wieder etwas traurig, klar.
Das „Tempo“ weiter reduzieren und somit langsamer gehen.
Am Park angekommen, das sind etwa 400 Meter, wurde er immer erschöpfter.
Und sackte plötzlich hinten ein, platschte auf den Weg und saß völlig verstört und schief da.
Ich hielt die Luft an und meine Emotionen ließen mir die Tränen in die Augen fließen.

Tränen laufen oft leise, still.
Ich kümmerte mich um ihn und hockte mich hin, streichelte ihn, erzählte ruhig irgendwas und immer wieder „mein Guter, Lieber, alles gut, hab keine Angst.
Ich bin bei dir…“
Er erhob sich nach ein paar Minuten mühevoll und ich kürzte die Runde ab.
Quer übers Gras, damit er vielleicht doch noch ein Häufchen absetzen konnte, was er dann auch tat (und ich natürlich einsammelte).

Wieder das Absacken und „sitzen“ bleiben.
Wieder das Zittern und diese „Was ist das?“ – Blicke von ihm.
Wieder stille Tränen.
Wieder Erholungspause mit „Gut zureden“.

Direkter Weg zurück nach Hause mit noch zweimaligen gleichen „Stop“.

Meine Nerven waren zum Zerreissen gespannt und ich hätte whrscheinlich keine weiteren Meter so geschafft, mich zusammenzureißen und dem Carlos nicht noch mehr Angst und Panik zuzumuten.

Im Haus-Hof angekommen, nahm ich ihm die Leine ab und er schlurfte mit zitternden Hinterläufen in Richtung offene Garage.
Dort legte er sich ab, ich brachte ihm Wasser und streichelte ihn einige Minuten langsam, beruhigend.

Da das Auto vom „Hunde-Papa“ noch da war,
ging ich ich hoch, klopfte und F. rief „ja, komm rein“.
Da stürzten die Augen-„Bäche“ los und ich erzählte F. schluchzend was gerade passiert war.

Da ich aber nicht mehr wirklich noch Zeit hatte, um pünktlich zur Arbeit zu kommen, nahm ich die kurze, ruhig-betrübte dankende Antwort an,
dass Carlos eben ein „älteres Kerlchen“ ist und
seine Arthritis und Hüftdysplasie ihn offenbar immer mehr einschränken.

Der Tag war heftig und ich weinte immer wieder einige Male zwischendurch.

Am Nachmittag kam eine Whatsapp-Nachricht von F. dass es Carlos soweit gut gehe, wir die morgendlichen Runden aber besser – auch wetterbedingt – wohl erstmal einstellen sollten.
Dem Hundi fällt es eben immer schwerer, morgens hoch zu kommen und seine Beine wären nach dem morgendlichen Wachwerden und Aufstehen eben erstmal schwach.

Es geht den Hunden wie den Menschen, manchmal.
Die körperlichen „Einschränkungen“ sind altersbedingt nachzuvollziehen.
Doch was macht sowas mit der „Hunde-Psyche“?

Diese Blicke, wie er mich angeschaut hat.
So traurig, voller Unverständnis, mit WARUM ? und Was ist das?
So voller Flehen und „Bitte hilf mir doch“…

Auch ich bin unendlich traurig.

Und gleichzeitig dankbar für jede Minute, jede Sekunde,
die ich mit Carlos zusammen erlebt habe und noch weiter erleben darf.
Ich besuche ihn immer mal,  mehrmals pro Woche, nach meiner Arbeit.
Um für ihn da zu sein, mit ihm da zu sitzen, mal durch den angrenzenden Haus-Hof und den Garten zu „schlendern“, mit ihm zu kuscheln und zu schmusen.
Ihm den Bauch zu kraulen wenn er sich auf den Rücken legt und sich dann wohlig wälzt.
MIt ihm Nase an Nase, Stirn an Stirn eine kurze höchste Seeligkeit spüren.
Ihm das Gefühl zu geben, wie wichtig er ist.
Das er wichtig er für mich ist.

Immer noch und unendlich voller Zuneigung.

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