Durchs Raster fallen (gelassen)

Ich will ja noch und bin kompetent.
Ich kann auch noch was und bin intelligent.
Ich sage ICH, diesmal nicht „WIR“.
Denn diesmal gehts um mich, im jetzt und hier.

Wenn du nicht so wirklich volle Pulle mit 150 „Sachen“ oder Prozent im alltäglichen Hamsterrad mithalten kannst, wirste schnell ausgegrenzt.

Du erfährst Schubladendenken, wo du noch nicht mal Schränke vermutet hättest.
Du bekommst merkwürdige Blicke, wo du noch nicht mal hingeschaut hast.
Du erfährst eine Einschätzung nach „Aktenlage“ von Leuten, die noch nicht mal ALLEs mitgeschickte lesen…wollen.

Heute bin ich echt etwas gefrustet. Mal wieder.

Ja, ich bin so gut wie immer pünktlich. Egal ob „dienstlich“, „amtlich“ oder privat.
Es ist Lebenszeit, die mit dem Warten auf mich … nunja, möglicherweise vergeudet wird. Das möchte ich ja natürlich nicht.

Ja, ich bin fleißig. Egal ob „dienstlich“, „amtlich“ oder privat.
Ich lamentiere nicht rum, ich guck mich um und lege los.
Ich bin dabei behutsam und trotzdem nicht „langsam“.

Ja, ich bin freundlich und humorvoll. Egal ob „dienstlich“, „amtlich“ oder privat.
Manchmal ist es schwarzer Humor. „Galgenhumor“  in etwa so:
Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht sollte man nicht den Kopf hängen lassen…

Und Freundlichkeit hat was Extentielles für mich.
Ich selbst fürchte mich maßlos vor unfreundlichen Menschen.
Deswegen will ich freundlich sein und bleiben dürfen.
(Unfreundliche Tiere hab ich noch nie „getroffen“… die gibts glaub ich gar nicht).

Ja, ich bin leidgeprüft und trotzdem kann ich Einiges aushalten.
Egal ob „dienstlich“, „amtlich“ oder privat.
Es „darf“ mal (kurz) geräuschintensiver sein. Es darf mal gemeckert werden.
Es darf jeder mal „gereizt“, erschöpft oder übellaunig sein. Auch ich darf das!
Aber ich schnauze eben niemanden an dabei. Oder „trete“ noch zu.

Und ja, ich werde nicht „unsichtbar“ nur weil es wohl keinen Arbeitgeber gibt,
der eine gut tippen könnende, freundlich-behutsam-achtsame Mitarbeiterin
in eine ruhig-geräuscharme Arbeitsumgebung setzen kann oder will.
Der nicht prollt und mit der Stoppuhr hinter mir steht.
Der mir eine Einarbeitungszeit gönnt, in der ich mich unter anderem nicht nur im Arbeits-/Bürokomplex, in der Umgebung und den Mitarbeiterräumen zurechtfinden kann, in der ich die Namen der Kollegen und die Hierarchie kennenlernen kann.
Der nicht wie ein „Gewehrfeuer“ mit einer Schnell-Laut-Sprache um sich redet, sondern mit ruhig-respektvoller Sprache das ein Verstehen seiner Rede unterstützt.

Ich hatte vor einigen Tagen die „psychiatrische Begutachtung“ wegen meinem Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben.
Die Deutsche Rentenversicherung hat mir diese Begutachtung angewiesen.

Der Termin war echt hammer. Es dauerte anderthalb Stunden und ich brauchte zwei Päckchen a´ zehn Zellstofftaschentücher. Wieviel Flüssigkeit ich beim Weinen „verheult“ habe, kann ich dabei nur grob schätzen.

Einschätzung des Psychiaters so in etwa:
Es gibt keinen Arbeitgeber, der mich mit all meinen „Baustell“ch“en – zum Beispiel

chronischer Tinnitus (Schrilles Dauerpfeifen), Hyperakusis, Lärmschwerhörigkeit, Arthrose, Blutgerinnungsstörung (nicht hinfallen, keine Verletzungen usw.) Konzentrationseinschränkungen und (wegen der chronischen Mittelohrentzündung *grrrrr*) Gleichgewichtsstörungen …

gebrauchen, beschäftigen UND bezahlen kann oder will.

und all das zusammengenommen fördert die schon vorhandene aber im Alltag nicht wirklich auffällige (will ich ja nicht und erst recht nicht jedem zeigen!) rezidivierende mittelschwere Depression.

Aha. Und nun? Was bedeutet DAS nun für – MICH?

Den Rest meines (Vor-jemals Renten-) Lebens arbeitssuchend sein?
dauerkämpfend, um Konzentration und Halt ringend in all dem Trubel um mich herum…
ständig in Hochspannung zu sein wegen all dem Trubel um mich herum… zusammensackend wenn ich dem Trubel nicht mehr standhalten kann?
Das mit dem Raster und dem Dadurchfallen… so langsam glaube ich daran.

 

 

Ein Gedanke zu “Durchs Raster fallen (gelassen)

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