Ich habe eine Haltung

Diese seltenen, ruhig-harmonischen Momente, die einem oft entfallen.
Sie sind nicht seltener als die unharmonischen, die einen überwallen.
Harmonie lässt sich kaum in Worte fassen, für mich ist sie ganz still.
Aggression und Gewalt ist etwas, was ich für kein Lebewesen will.

Ja, ich bekenne mich zu meinen Zweifeln, meiner Angst und zu meinem Ich.
Auch daraus mache ich heute ganz bewusst ein Gedicht.
Es fällt mir schwer, meine Gefühle in Sätze zu verpacken,
zu mir gehören meine Emotionen, Schwächen, Stärken und Macken.

Mich bewegt die Aggressivität meiner Mitmenschen, so vieler, auf beängstigende Weise.
Aggressivität hat viele Gesichter, sie ist oft laut, aber auch manchmal leise.
Sie sitzt tief drinnen und will nach draußen, sich zeigen,
Ich kann und will mich nicht vor aggressiven Menschen noch verneigen.

Ich musste hilflos voller Angst vor vielen Jahren
Gewalt an meinem Körper und in meiner Seele erfahren.
Das hat mich nicht stärker gemacht oder schwach,
sondern beunruhigend aufmerksamer und mehr als wach.

Wem Gewalt egal ist, ob gegen Mensch oder gegen Tier,
der hat in sich oftmals eine seltsame Gier.
Sich über vermeintlich „Schwächere“ zu erheben und diese beherrschen zu wollen
bringt so viele weitere Gewalt ins Rollen.

Der Tiger verteidigt sein begrenztes Revier, er wehrt sich wenn er Schläge spürt.
Die Löwin beschützt ihren Nachwuchs, sie faucht und beisst wenn sie Gefahren fühlt.
Der Wolf ist hochsozial und würde sich vorm Mensch verstecken,
würde er nicht immer mehr bedrängt und von Menschen ihm gewünscht das „Verrecken“.

Was seit Tagen und Wochen immer offener gärt in unserem Lande,
ist generell für mich als Menschin eine unerklärbare Schande.
Ich hatte ne Zwei in Geschichte, es war nicht mein Lieblingsfach,
doch denke ich inzwischen auch über die „Gründe“ all der Streitigkeiten nach.

Warum ist Religion oder Glaube so oft unbarmherzig und brutal?
Warum muss ein Gott laut und knieend angebetet werden in unendlicher Zahl?
Wenn ich glaube an den Klapperstorch oder den Weihnachtsmann,
darf ich dann auch hier meine Religionsfreiheit ausüben wie ganz offensichtlich jedermann?

Wer sieht all die Toten, die seit Jahrhunderten ihr Leben lassen mussten,
wer denkt an all die Geschlagenen, die Zermürbten, die Verrußten?
Wer hat je als erster gesagt „Du musst für mich opfern, mich anbeten!“?
Wer und warum ist das Glauben so häufig mit Befehlen vertreten?

Ob links oder rechts, bunt, grün oder braun – es macht mir Angst und Bange.
Die Eskalation eines jeden Glaubens und einer jeden Meinung – was ist da im Gange?
Man kann seine Meinung ja durchaus vertreten
muss man diese aber anderen aufdrücken wollen, mit Fäusten oder Reden?

Dieses Land hat schon viele Kriege und Ekszesse durchlitten,
Nichts rechtfertigt die Eskalation und die Politischen „Mitten“.
Wer hier leben will, vor Bomben und Terror in seiner Heimat flieht,
der darf hier nicht selbst Terror und Morde begehen, ich habe Angst vor allem was hier an Aggressionen geschieht.

Auch hier wo ich lebe, sehe ich fast täglich alle Hautfarben und Mienen.
Manch einer lächelt mich an, manch einer wirkt wie ne emotionslose Maschine.
Manch einer guckt auf sein Handy und kriegt drumrum nichts mit,
und manch einer gibt meinem „Gassigeh-Hund“ plötzlich ohne Vorwarnung einen Tritt.

Da werd ich sauer, da werde ich zur Löwin und habe kein Erbarmen,
ich wehre mich gegen Scharen von Bösen, ob von den Reichen oder den Armen.
Jedes Wesen dieser Erde hat hier nur ein Leben, nur ein Herz, nur eine Seele.
Egal woher oder warum – nichts darf gequält oder gemordet werden auf „göttliche“ Befehle!

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