weil ich fühle

Gefühle sind Luxus, das ist nur was für Feine.
Gefühle sind überflüssig, so viele haben keine.
Gefühle zu haben, zeigt Leben und Liebe.
Gefühle zu zeigen, bringt oftmals nur Hiebe.

Weil ich wahrhaftig fühlen kann, ist mir auch das Leid bekannt.
Weil ich wirklich fühle, reiche ich oft lächelnd meine Hand.
Weil ich zu meinen Gefühlen stehe, wird mir „du musst härter werden“ gesagt.
Weil ich Gefühle zulasse, werde ich als sensibles „Hyper…“ abgehakt.
©by annalenaKat

Wieder sind einige Tage „schreib-los“ vergangen.
Der PC blieb still, der Bildschirm blieb dunkel, ich hatte eine Art Blackout.

So vieles ist in den vergangnen Tagen an mir vorbeigeschrammt, so viele Meldungen haben mich erschrecken, Luft anhalten, verdutzt sein lassen.

Hunde, die wegen der Untätigkeit und dem Unverständnis von Menschen zu „Bestien“ werden und angeblich oder wirklich… wer weiß das schon … um sich beißen und somit als „Kampfhund“ und „Untier“ bezeichnet werden. Und dafür eingesperrt oder gar umgebracht werden…

Schwer arbeitende Menschen, zB in Pflege- oder anderen sozialen Berufen, die sich verhöhnt vorkommen, weil sie verschachert werden und die Arbeitsverdichtung immer mehr zunimmt. Dadurch werden immer mehr physisch und psychisch krank und ein Ende ist nicht in Sicht…

Politiker, die sich über Dinge äußern, von denen sie selbst gar keine Ahnung haben. Und die lächelnd am mit Getränken und Snacks gedeckten Tischen über Dinge entscheiden, die andere Menschen ins Bodenlose fallen lassen…

Hilfesuchende, die im helfenden Land mit ihren Füßen treten und über die Helfenden wahrscheinlich lachen, Urteile die mich vor Erschrecken sprachlos machen…

Religiöse Dinge, die immer mehr in den Alltag einfließen…
Warum „müssen“ Menschen allen anderen Menschen ringsherum ihre Glauben, ihre Religion mitteilen?
Ob nun ein Häubchen, ein Kopftuch, eine Körpervermummung oder ein Kreuz an einer HalsKette – müssen diese Zeichen unbedingt immer und überall sichtbar sein?
Im Alltag, im gesellschaftlichen Miteinander sollte Achtsamkeit seinem Gegenüber völlig unabhängig von Religion sein.

Das Leben an sich ist achtbar und ehrbar.

Meine Ansichten zu Religionen habe ich ja schon des öfteren beschrieben.
Es ist mir egal wie eine Religion heißt oder woher sie kommt oder wie alt sie ist – verharmlost sie Gewalt an jeglichen Lebewesen oder ruft sogar dazu auf, Lebewesen zu töten, (aus-)zu nutzen, sich „untertan“ zu machen — fühle ich Angst und Abscheu.

Wird das Abschlachten, Ausbluten oder (andere) schmerzhafte, todbringenden Rituale als „normal“ oder sogar als richtig gepredigt, ist dieses ein grausames, für mich völlig unverständliches „Glauben“.

Keine Religion dieser Erde hat wirklich das Recht, sich auf Kosten anderer Lebewesen zu präsentieren und auf den Thron setzen zu wollen. Diese vermeintliche Recht hat sich der Mensch nur selbst gewährt und sich damit selbst über alle anderen Lebewesen gestellt.

Eine Religion, die Achtsamkeit für die gesamte Natur und damit neben den Menschen eben auch alle für Tiere und für alle Pflanzen lebt … gibt es die?

Meine Verletzlichkeit hat was mit den Gefühlen zu tun, die ich für die Natur und alle Lebewesen empfinde.
Mir ist bewusst, dass ich die Welt nicht retten kann.
Aber ich kann selbst einiges tun, das als Zeichen anzusehen ist.
Ich kann zeigen, das es gut tut, Gutes zu tun.
Egal ob es das Tür-Aufhalten für die/den nach-mir-kommende/n ist.

Oder das tägliche Gassigehen mit einem Tier, welches sich stets herzerwärmend über die Zuwendung und das Beisammensein freut.
Das Vermeiden von Müllansammlungen, zB wenn ich beim Gassigehen noch nen „fremden Hundesch..haufen“ gleich mit in die Tüte einsammle…

Ob es das „Platz machen“ für die Mama mit dem Kinderwagen ist, weil der Fußweg grade zu eng ist.
Oder eben das einfache, lächelnd-freundliche Zurück-Nicken als Begrüßung, wenn sie eben „Guten Morgen“ noch nicht aussprechen kann.
Wobei… ich glaube gestern hat sie ein hörbares „Chhhalllo Gutendaag“ gesagt…

Es ist das gemeinsame Dasein, das Achten und Respektieren des gemeinsamen Daseins.
Durch die weltweite Vernetzung der Medien, das schnelle Verbreiten von Meldungen und Ereignissen sind die Nachrichten immer dramatischer.
Immer mehr Gewalt, immer mehr „Toleranz“ gegen die Gewalt, immer mehr Verständnis für Gewalttäter, DAS macht mir immer mehr Angst.

Und genau deswegen lasse ich (auch diese) Gefühle zu.
Denn ich wurde oft genug immer wieder dazu genötigt, meine Gefühle einzudämmen.
Sie nicht herauszulassen, sie in Schubladen wegzusperren.
Viele dieser Gefühle tun mir zwar auch weh, aber ich lasse dies zu, weil das eben das echte ich ist.
Sie gehören zu mir, sie machen mich aus.
Sie lassen sich nicht ständig eindämmen oder „abschalten“ wann immer das anderen gerade genehm ist.

Ich weiß, was Schmerzen sind.
Was physische und psychische Gewalt für Wunden hinterlassen.
Manche Wunden heilen, manche Narben verblassen. Doch nicht alle …

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