ohne „Wenn“ und „Aber“

Fünf Tage bin ich nun schon „Hundesitter“.
Der Kerl weiß nun wieder, wie er mich „kriegt“…


Am Abreisetag von Herrchen, Frauchen und Hunde“schwester“ habe ich ihn wie nahezu täglich, „besucht“, diesmal allerdings mit dem „Hintergrund“ der Abreise.
Wie schon im Juni bekam ich Tränchen in die Augen, als die Verabschiedung von den Nachbarn soweit war.
Aber wir wissen, dass alles geklärt ist und wir uns aufeinander verlassen können.
Carlos war wie immer aufgeregt: wenn er mich mit seiner Leine in der Hand erblickt, tollt er freudig wie wild um mich herum.
„Sitz!“ klappt gut, Halsband/Leine um, ab gings in die „Hunderunde“…

Der erste Abend war allerdings für ihn ganz offensichtlich schwierig. Er stand immerzu vom Sofa wieder auf, tapste zum Fenster, guckte auf den Hof, legte sich für ein Weilchen an die Tür, kam dann wieder zu mir aufs Sofa…
Er tat mir unendlich leid, denn er vermisst seine Familie sehr, er ist so ein Familienhund… Aber sie können ihn nicht mehr mitnehmen und bei demjenigen aus der Familie, der ihn eigentlich zu sich holen w/s…ollte, kam leider etwas dazwischen.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich als „Sitter“ einspringe.
Ich liebe dieses Tier aus ganzem Herzen.

Das abendliche Sofa-Kuscheln genießt er genauso wie ich.
Bevor ich dann rüber in unsere Wohnung gehe, gehe ich nochmal mit ihm auf „seinen“ Hof, damit er nochmal strullern… kann. Danach bekommt er ein „Gute-Nacht-Schmusedrückerchen“ von mir und ich, wenn ich nicht schnell genug bin, einen feuchten, herzallerliebsten Hundekuss.

Morgens heisst es nun JEDEN TAG um sechs Uhr aufstehen, rüber gehen, ihn rauslassen, den Miezen Futter und Schmuseeinheiten geben, zu ihm runter auf den Hof, ein bisschen Futter hingeben, mit ihm spielen und dann… gehe ich wieder rüber zu uns. Er weiß nun schon, dass ich ihn dann etwa eine Stunde später, gegen sieben, halb acht, zu seiner „Morgen-Hunderunde“ abhole und legt sich solange, glaube ich zumindest, nochmal in die Werkstatt…

Nach dem ausgiebigen Spaziergang, bei dem ich jedesmal ins Schwitzen komme, spielen wir noch ein Weilchen im Hof und erzählen uns was.  Er erzählt mit Gefühlen, Gesten, Bewegungen, Körperspannung… ich mit ruhigen, wenigen Worten und auch mit Gesten und Streicheln. Er zeigt mir soviel Zuneigung, da ich ja nun derzeit „sein Frauchen“ bin und ich genieße diese Zeit mit ihm.

Dann gehe ich wieder zu uns rüber, kümmere mich um unsre Miezen und unsere Wohnung und Wäsche und Einkauf und Haushalt und… naja, was eben vormittags so „ansteht“.
Nach dem Mittag(essen) gehe ich wieder rüber und rufe ihn, damit wir zusammen hochgehen können. Die Miezen im Haus suchen, meistens finden wir uns dann zu der Zeit alle oben zusammen. Ich dann mittendrin auf dem großen Sofa, mit großem Hund und zwei wunderbaren, lieben Katzen.

Die drei mögen sich, bekrabbeln sich, zoffen sich aber auch hin und wieder. Die Graue ist Boss, sie ist aber auch oft draußen, kommt meistens morgens mit rein, furttert, trinkt, putzt sich und schläft sich dann aus, bis zum Abend.

Das Futter geben ist übrigens jedesmal sehr spannend, denn ich muss höllisch aufpassen das der Hund den Katzen nix „wegfressen“ kann. Die Graue bietet ihm ja Paroli, aber der kleine, scheuere Kater hat vor dem großen Hund doch mehr Respekt.

Tagsüber „schaue“ ich immer mal zwischendurch rüber und lasse ihn, wenn es das Wetter zulässt, dann auch „draußen“. Er hat einige Möglichkeiten, sich auch ins Warme, Trockene zu legen, herumzutollen, seine „Geschäfte“ zu machen, zu buddeln, dösen, schnüffeln…

Am späten Nachmittag bekommt er dann seine „richtige“ Hundemahlzeit, abends gehe ich dann mit ihm „hoch“ in die Wohnung.

Vorgestern war Carlos in einer sehr schönen Schmusestimmung und legte sich eng an mich, seine eine Pfote auf meinem einen Bein, sein Kopf zeitweise auch, wir beide zugedeckt und … sanft einschlummernd.
Es ist die „wahre Therapie“ gerade, auch wenn es sehr anstrengend ist und Zeit „kostet“. Diese Zeit genieße ich aber, besonders seine Freude und Gefühle.

So liegt er nun abends auch bei mir, wenn ich ihm und den Miezen „Gesellschaft“ leiste, nach der abendlichen „Fütterungszeit“.

Dieses Wesen strahlt soviel Energie und Kraft aus, seine gut 40 Kilo sind schwer zu „bändigen“, aber gleichzeitig ist er lieb und verschmust, so dankbar für jede Freundlichkeit und unendlich treu. Die paar Tage noch halten wir gut aus 😉
Ohne Wenn und aber…

7 Gedanken zu “ohne „Wenn“ und „Aber“

    • oha, 😉 also ich nehme den Hund ja nicht mit zu uns. Wir haben nur eine Wohnung, Unsere Miezen sind nur das so gewöhnt und haben darin sehr viel Freiraum. Aber mit einem Hund, dazu noch so groß, nee, das tuen wir ihnen nicht an.
      Der Hund bleibt „nebenan“ in seiner vertrauten Umgebung, wo ja auch „sein“ großer Hof mit Werkstatt, verschiedenen Rückzugs- und Ruh-Möglichkeiten, Überdachungen und vielen Büschen, Wasserstellen und so weiter ist. Ein wahres Öko-Naturparadies, urwüchsig mitten in der Stadt 😉
      Daher ist es so für ihn doch besser, als in eine ‚Tierpension zu müssen. Solange ich das zeitlich so schaffe oder eben der „andere Sitter“ die Betreuung übernimmt…

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    • nicht ganz alleine, es ist ein großes mehrstöckiges Haus. Der Kater ist mehr drinnen als „draußen“, stromert auch lieber im Haus herum und die Graue ist eine Freigängerin, die zum Futtern und Schlafen reinkommt, meist zu bekannten Zeiten ;). Ich bin ja derzeit mehr als die Hälfte des Tages bei ihm… bzw. bei ihnen.

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