Welche Leistung zählt noch?

„Nur wer Leistung bringt, kann davon leben.“
Ein wunderbarer, aber auch in manchen Lebensphasen sehr bedrängender Ausspruch vom Wochenende.
Was ist „Leistung“?
Wie „misst“ man „Leistung“?

Irgendwann vor gefühlten hundert Jahren… waren 100 Prozent mal „voll“. Mehr ging nicht. Das Maximum.

Irgendwie ist dies… heutzutage… anders.
Gezählt wird anders.
Gewertet wird anders.

Unter 100 Prozent „Leistung“ geht nichts, das Dauer-Streben nach MEHR Leistung, Übertrumpfen, immer der oder die Beste sein zu „müssen“…
macht einige „stärker“ und andere… laugt es aus.

Was hab ich mich über ein „gut gemacht“ immer gefreut. Richtig gefreut.
Gut gemacht! als Anerkennung. Wenn es denn ausgeprochen oder mit „Daumen hoch“ oder anderen Gesten gezeigt wurde.

Mir wurde am Sonntag echt übel.
Diese Diskussion wegen der Arbeitssuche.
Warum wir denn immer noch suchen.
Warum wir denn nicht dreimal wöchentlich überall anrufen…
Warum wir denn wenigstens Mindestlohn wollen und brauchen.
Warum wir denn, wenn wir auswärts was finden würden, (etwas…) mehr als den Mindestlohn bräuchten.
Warum wir denn immer noch „rumsitzen“.
Warum wir denn denken oder erwarten, ohne „Leistung“ was „bekommen“ zu können…

Warum?
Weil auch dieses tägliche erschüttert sein, diese nahezu tägliche Ernüchterung und daraus entstehende Verzweiflung auch Energie fordert.
Weil „Leistung“ für mich auch IST, wenn ich nicht gerade 250 Prozent „bringe“.
Sondern „nur“ 80 oder 90. Weil es eben gerade DAS ist was ich JETZT gerade zu leisten fähig bin.

Weil nicht immer „jeder seines Glückes Schmied“ ist.
Der Schmiedehammer in unserer gemeinsamen Hand ist verdammt schwer und wir kämpfen jede verd… Minute darum, ihn nicht auf unsere Füße fallen zu lassen.

„Das alles deprimiert mich gerade so sehr…“ – sagte eine der Besucherinnen. Upps. Sie gehört zu denen, die auch jeden Tag hart arbeiten, aber nie in so einem Strudel waren, in dem wir gerade sind.
Uns deprimiert das auch, aber täglich, stündlich… und wir arbeiten hart daran, unsere physichen und psychischen Kräfte zu konzentrieren und zu erhalten.

Weil – wenn nur die Leistung ab 100 Prozent aufwärts zählt, dann alle nicht „schaffenden“ Wesen nichts, gar nichts mehr „wert“ sind.

Ich habe geantwortet, dass ich dann eben aufhöre zu existieren. Denn nicht immer sind wir menschlichen Wesen mit Gefühlen und nicht 200 prozentigen „Nerven“ zu 250 Prozent von der Gesellschaft vorgegebenen „Leistung“ fähig.

 

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