haben wir nicht alle etwas, was uns nicht zusagt?

So manche „Phobien“ können einen fast platzen lassen…
Eigene „Phobien“ … die manch anderer aber auch.
Ich war ein fröhliches, neugieriges, aber sehr besonnenes, ruhiges Kind.
Habe nie Angst oder Abneigungen gegen andere Wesen gehabt.
Viele (Haus-) Tiere in der Umgebung. Spinnen fand ich nicht schön, ein Alptraum beinhaltete eine große Spinne. Im Nachhinein war der Auslöser wohl,
dass meine Mutter diese als „böses ekliges Tier“ bezeichnet hat.
Doch da ich sehr häufig Vieles „hinterfragte“ war Spinne & Co nie ein wirkliches „Ekel-Thema“.
Dies als Erklärung dass ich eigentlich niemals echte furchtbare lebensbedrohliche Angst vor etwas hatte und habe.

Erinnern kann ich mich an eine Weihnachtssituation. Meine ältere Schwester und ich bekamen jede eine Strickjacke geschenkt.
Sie eine hellblau-sonnengelb-gemusterte mit Reissverschluss und einer schönen, glatten Optik-Form.
Ich eine hellbraun-graugemusterte mit großen dunklen Kn… und einer dadurch „schlabbrigen“ Optik/Form, wo es eben vorne dann so „unglatt“ war und löchrig und schlabbrig.
Die verwendeten Stoffe waren unterschiedlich, meine war eher sehr grob gestrickt.

Ich habe die „meine“ nur dieses eine mal zum „Probieren“ angezogen.
Meine Mutter war untröstlich und hat mich auch später immer irgendwie „verspottet“ und mich damit nie ernst genommen.

Seitdem habe ich eine Berührungs“angst“ vor Kn.
In Kinder-Schulzeit war es eher ungefährlich, da keine „Klamottenvorschriften“.
Da hat es immer irgendwie geklappt mich „durch zu mogeln“.
Die Pionierbluse war bei bestimmten Verantaltungen Pflicht, ich hab die nie aufgekn… sondern immer zugekn … gelassen und wie einen Pulli über den Kopf gezogen.
Ging davon zB. ein Kn.. ab und war weg… dann bekam ich Schimpfe.
Ebenso die FDJ-Bluse.
Grrrrr wir furchtbar war das immer.

Ich hasse jedoch ganz arg „Poloshirts“.
Wozu an so einen „halboffenen“ Kragen so ne Dingers dran zu machen?
Ich hasse ganz besonders „Blusen“ und Hemden.
Dieses Wort „Bluse“ allein erzeugt bei mir schon ein Oberkörper-Nacken-Schütteln und Gänsehaut und aufgestellte Häärchen überall.
Es würgt mich.
Deko-Kn und jegliches ähnliche wurden immer von mir mit Handschuhen an den Händen“abgeschnitten“.
Jeans- und Druckkn. sind für mich nicht schön, aber erträglich.

Jobmäßig sorgte mein „Unbehagen“ stets für Unverständnis und Unmut bei Kollegen und Vorgesetzten.
Es gibt inzwischen eine relativ gute und leider nur manchmal günstige Auswahl an blusen-/blazerähnlichen Oberteilen mit Reverskragen UND Reißverschluss.
Ist auch nicht so „mein Wohlfühlen“ aber zumindest erträglich.
Leider konnte ich noch nie & kann ich immer noch nicht…  mein „Unbehagen“ kaum verstecken, man merkt es mir an.
Somit stets Ärger und auch Mobbing. Nicht die eigentliche Leistung zählte. Nicht die geschufteten (Über-) Stunden… es kam dann zu Stellenverlust.

Im Privaten geht es, mein Männe hat Verständnis und zieht netterweise selten Hemden oder ähnliches an. Ich bügle auch schon lange nicht mehr. Ich lege sorgsam zusammen
(wenn „Gefahr“ dann mit sehr spitzen Fingern 🙂 )
oder hänge alles feucht auf, ziehe es glatt.

Ich vermeide jede Art der Berührung oder Näher-Sichtung dieser mich „ekelnden, störenden“ Dinger oder eben auch mancher Kleidungsstoffe.
zB Twill oder „Tweed“ oder Filz sowie Seide oder anderer glatter Stoffe. Baumwollpullis sind okay. Leicht Angerauhtes wie Fleece mag ich sehr.
Es gibt sehr schöne luftige Teile… die ich glückselig vom Kleiderständer nehme und dann…fast fallen lasse… und sofort angeekelt wieder hinhänge. Danach „such“ ich auch nicht weiter.

Wir haben seit einiger Zeit nur noch Bettwäsche mit Reißverschluss. Gut dass es wenigstens da keine Brechreize mehr gibt ;).

Habe das nie so wirklich als „Phobie“ oder Angst angesehen. Mich aber schon gewundert dass ich als Frau (dafür kann ich ja nix 😉 ) sowas „habe“.
Erklär das mal nem Chef oder ner Kollegin. Die stolz ihre neue „Bluse“ zeigt und dafür bewundert werden will.
Und wenn dann die Bewunderung ausbleibt und … naja.

Kn..-leisten an Hemden und Blusen erzeugen bei mir tatsächlich eine Art „Schockstarre“.
Ein lieber Freund hat sehr gern Polo´s an.
Ich kann ihm nur immer ins Gesicht sehen. Auf halben Arm Abstand. Manchmal macht er die sogar bis obenhin zu.
Dann krieg ich inneres Würgen.

Es hilft schon mal sehr, zu wissen dass man nicht „allein“ mit diesen und so manchen anderen „Problemen“ steht.

Ich habe je bekanntlich einige Jahre in der Seniorenbetreuung gearbeitet.
Erst ehrenamtlich dann beruflich.
Da blieb mir zwar das „Heraussuchen“ und „Anziehen“ der Kleidungsstücke größtenteils erspart.
Wenn ich aber nicht „drumherum“ kam, dann habe ich ganz schnell und meist nur sehr flüchtig „angefasst“.
Mir war immer unheimlich und übel dabei.

Bildquelle: veganblog de 2016 02 schwimmen-bis-zur-verzweiflung

Bildquelle: veganblog de 2016 02 schwimmen-bis-zur-verzweiflung

Ob es an dem „Strickjacken-Erlebnis“ liegt, ist mir nicht so wichtig.
Mir ist wichtig, dass ich selbst damit umgehen kann und mich nicht von anderen in eine „Schublade“ stecken lassen muss. Mich nicht ständig erklären muss und blöd angemacht werde, weil ich nicht ins „Schema“ F passe.

So wie ich als 100%-Tierliebhaberin, ethisch-empathische Tierbeschützerin (soweit ich es kann)
und eben „Vegetarierin in Richtung vegan“ …
nicht zulassen und/oder hinnehmen werde,
dass ich mich als „Fleischerei-Verkäuferin“, „Steakhaus-Kellnerin“

oder Verkäuferin
in der Lebensmittel – und dabei auch Fleischerzeugnis-/Frischeabteilung bewerben MUSS

werde ich nicht im Einzelhandel-Klamottenladen als Verkäuferin tätig sein können.
Mir würde keine Kundin/kein Kunde etwas abkaufen, da ich es niemals etwas als „wunderschöner Stoff und herrliche Kn…“ anpreisen kann, ohne den berühmt-berüchtigten Würgereiz zu haben.

So wie ich auch niemals ein „zart-blutiges Steak“ als Köstlichkeit anbieten kann.

Die ethisch-sensitiven-individuellen Empfindungen kann ich nicht abstellen.
Muss ich das?

5 Gedanken zu “haben wir nicht alle etwas, was uns nicht zusagt?

  1. Hä? Jetzt bin ich aber irgendwie baff. Ich hab exakt dasselbe und zwar schon von Kindheit an! Das Wort B-l-u-s-e kann ich nicht einmal tippen, ohne, dass es mich furchtbar gruselt. Wenn ich meinem Sohn ein Hemd anziehe, dann würgt es mich, wenn ich die Knöpfe zumachen muss -.-! Ich knöpf später meist auch nur so viele wieder auf, dass es reicht, es ihm wieder aufzuziehen 😦 Druckknöpfe sind allerdings ok. Ich hab allerdings überhaupt keine Ahnung, woher meine Abneigung rührt ^^! Sie besteht auch NUR bei Kleidung.

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  2. Weißt Du, wenn die Menschen mich nehmen wie ich bin, dann sind sie Vollbeschäftigte. Wenn sie glauben, mich zu nehmen, sie ich mich für sie darstelle, haben sie fast keinen Stress, müssen nicht denken, spüren, nachempfinden. (Aus ihren eingeschränkten Blickwinkel)
    Wenn es mir nicht den Kopf abreißt, lasse ich sie denken was sie wollen. Ich muss nicht verstanden werden, – nicht von allen Menschen -. Die Betonung liegt: -nicht – von allen.
    Ich kann mir denken, dass es schwer für Dich ist und es berührt mich. Dennoch gehört es zu Dir und es ist nicht meins. Vielleicht liegt es darin, daran, dass die Menschen nicht bis keine Empathie zeigen können, weil sie fürchten mit ähnlichen, oder gleichen Empfindungen, eventuell auseinander setzen zu müssen. Wer weiß?
    LG.Hilde

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    • danke, Hilde, 😉 „Vollbeschäftigte“ … das ist gut. 😀
      Hast sprichwörtlich „den Nagel auf dem Kopf getroffen“ und es hilft mir auch sehr, (mit) deinen(m) „Blickwinkel“ zu sehen und u betrachten…
      So wie ich oft sage „man muss nicht immer alles können oder verstehen“… ist es andersrum ja genauso 😉

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    • oh… stimmt, diese Fragestellung hab ich gar nicht überlegt.
      Nein, ich würde nicht „glücklicher“ wenn ich mich noch mehr „verstellen“ müsste.
      Was mich bedrückt, ist eher dieses unverständnis anderer, dieses „nun hab dich mal nicht so“… denn möchte nicht jeder, dass man ihn einfach so nimmt , wie er ist?

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