Heute ist: Tag der Anerkennung von Freiwilligen

Freiwillige Arbeit – heutzutage ginge im sozialen, gesellschaftlichen Miteinander fast nichts mehr OHNE!
Das „Ehrenamt“ oder „freiwillige Engagement“ wird somit zunehmend wichtiger.

Der Tag der Anerkennung von Freiwilligen wird begangen am 20. April 2017. Der Tag ehrt alle Freiwilligen bzw. Ehrenamtlichen, die ohne finanzielle oder materielle Vergütung arbeiten. Gefeiert werden kann der Tag entweder, indem man einem Freiwilligen für seine Arbeit dankt oder, indem man einer Gruppe von Freiwilligen eine Spende ausstellt.

„Ein Ehrenamt ist ein freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf Entgelt ausgerichtet ist. Man leistet es für eine bestimmte Dauer regelmäßig im Rahmen von freien Trägern, Projekten, Vereinen, Initiativen oder Institutionen. Für ehrenamtliche Tätigkeit fällt ggf. eine Aufwandsentschädigung an.

Heute wird „Ehrenamt“ zunehmend gleichbedeutend mit Begriffen wie „Freiwillige soziale Arbeit“ oder „Bürgerschaftliches Engagement“ verwendet. Ehrenamtliches Engagement ist die am weitesten verbreitete und alltägliche Form prosozialen Handelns. (Mit Material von: Wikipedia)“ Dieser Text wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Auch ich war einige Monate „offizielle“ Ehrenamtlerin:
in einem Altenpflegeheim in meinem damaligen Wohnort. Habe angeboten, Spaziergänge zu machen, vorzulesen, Unterhaltungen oder kleine Anreichungen zu übernehmen, die Tische mit zu decken und abzuräumen… eben solche „Kleinigkeiten“.
Die oberste Chefin war sehr angetan und erfreut, liess mir aufgrund meiner „privaten Erfahrungen“ mit einigen alten Damen und deren „Annehmlichkeits-Wünschen“ nach einigen beobachtenden Tagen auf Vertrauensbasis „freie Hand“.
Der „Deal“ war: Wenn was ist, wird drüber gesprochen. Nix  „Unklares“ eigenmächtig entscheiden oder machen.

Wenn du als ernsthaft-hilfsbereiter Mensch ehrenamtlich tätig sein willst, stell dich darauf ein, dass du anfangs schleichend, später deutlicher – auch Arbeiten übernehmen „sollst“, die du gar nicht machen darfst… eigentlich.

Als ich dort begann, wurde ich von der „obersten Chefin“ gefragt, was ich gern tun möchte. WOW. Da ich FREIWILLIG ohne Entgeltung was tun wolle… wurde ich GEFRAGT WAS ich tun wolle. Fand ich klasse.
Genau das sehe ich nämlich beim Ehrenamt als mit-wichtigste Anerkennung.

Eine Seniorin bat mich eines Sommertages, ob ich sie mit dem Rollstuhl ein wenig spazieren zu fahren. Kurze Absprache mit der WBL, dann ging es durch den kleinen angrenzenden Park, mit ihr die Frühlingssonne genießen. Dann zeigte ich ihr einiges von dem kleinen Ort… und wo ich wohn(t)e und schöne Vorgärten und es kamen Menschen, Hunde, Katzen „vorbei“…
Wir bewunderten Blumen, sie erklärte mir einige davon. Es waren herrliche Farben. Sie freute sich über einen frechen Spatz auf einem Busch-Ast. Was war das für die alte Dame für ein offensichtlich sehr freudiges Erlebnis. Da hatte mal jemand Zeit. ZEIT!!! Zum Gucken. zum Erzählen. Zum ruhigen ausgiebigen Miteinander zwischen „Nach dem Frühstück“ und „Vor dem Mittagessen“.

Was sie ihrer, sie am nächsten Tag besuchenden, Tochter erzählt hat, habe ich nie erfahren. Aber die Tochter muss sich nach mir bzw. nach „der Frau, die gestern mit meiner Mutti so schön lange spazieren war…“ erkundigt haben.

Schon bekam ich den ersten Minuspunkt!!!
Die Pflegedienstleiterin hatte offensichtlich damit ein Problem. Sie fragte mich am nächsten Morgen bei der Besprechung, wie ich mir erlauben könne, so lange mit der alten Dame… „rum zu laufen“.
Erst war ich sprachlos. Die PDL war mir nicht unbekannt, in der Schulzeit hatten wir unsere kleineren, unwichtigen Diskrepanzen.
Meine Antwort war ruhig und deutlich „Ich bin freiwillig hier. Du hast mir die Dame anvertraut und ich war mit ihr spazieren. Es gab kein Zeitlimit, nur dass wir einige Minuten vor dem Mittagessen wieder da sein sollten. Genau das haben wir gemacht. Was ist daran das Problem?
Ihre Antwort, patzig trotz der anderen Mitarbeiter „Na denkst du, du kannst hier nur bisschen spazierengehen?
Ja, ich denke ich kann hier AUCH… mit den Herrschaften die es wünschen, spazierengehen.
Nun, mir wurde nach und nach klar, dass ehrenamtliche, freiwillige Tätigkeit nichts für „schwache“ oder „soziale“ Nerven sind.

Vom Essenanreichen übers Mit-Anziehen über Saubermachen und „einfache Pflegemaßnahmen“… rede ich jetzt mal nicht weiter.

Leider begann nach einigen Wochen mein Selbstschutzprogramm, aktiver zu werden.  Am Abend nach den sechs ehrenamtlichen Stunden… Tränen in die Augen bekommen?
Zittern und nachts Zähneknirschen im Schlaf?

Ich habe noch einige Tage dort meine eigentlich besprochenen Tätigkeiten gemacht. Mich nach und nach von den „pflegerischem Ausmaß“ zurückgezogen. Mit einigen wenigen, ausgesuchten, älteren Herrschaften, die mir und denen ich… in der Zeit ans Herz gewachsen war/en, ehrlich gesprochen. Sie hatten alle Verständnis für mich. Sie sprachen mir alle Mut zu und dankten mir für die schönen Stunden, Tage und Wochen.

Viele besuchte ich immer mal noch später ab und zu.

Eine „Aufwands-Entschädigung“ wurde mir zwar schriftlich zugesichert, ich habe sie aber nie bekommen. Wollte sie auch nicht mehr.

Ehrenamt bedeutet Ehre für ein Amt. Vom Wörtlichen her.
Freiwillig heisst, ich mache das weil ich DAS will. Und nicht weil ich was dafür haben will.

Auch in meiner beruflichen Zeit als Betreuungsfachkraft habe ich viel mit den „Ehrenamtlichen“ zusammengearbeitet, Mir kamen meine eigenen Erfahrungen dabei zugute.
Denn eins steht fest:
Arbeit ohne „Lohn“ sollte mindestens mit Dankbarkeit, Beachtung, Höflichkieit UND dem EHREN dieser Arbeit belohnt werden.

Ob im Tierschutz und bei der Tierbetreuung, beim liebevollen Umgang mit den meist armen, unschuldigen Tieren, bei der Freiwilligen Feuerwehr, DRLG oder dem Technischen Hilfswerk oder
in Vereinen als Trainer/in oder Helfer/in, als Betreuer in der Bahnhofsmission oder Kleiderkammer, als Essensausgeberin bei Arche oder bei den Tafeln, als Unterstützer von Kindern, Erwachsenen oder Kranken (z.B. die sogenannten „Grünen Damen“ in Krankenhäusern…)  – 

ALL DAS ist so unglaublich wichtig. Und diese Helfer machen das zu 99 % aus Herz & Spaß, mit Verstand und Empathie!

Danke, Irina und ihr anderen  ALLE, für liebevolle, lustige, fröhliche, traurige und achtsame Momente und Zeiten mit euch! Und für euer unglaubliches Engagement!

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