Wertigkeit?

Wer arbeitet härter? Wer schuftet mehr?
„Ich musste früher die Wäsche noch mit den Händen in der Wanne schrubben!“
„Ich muss fünftausend Stück… am Tag feilen!“
„Ich muss xmal am Tag Windeln wechseln!“
„Ich muss 100 Menschen im Betrieb verwalten!“

Die regelmäßigen Kommentare in einigen sozialen Netzwerken und auch im alltäglichen Leben zum Thema Leistung und Niveau ärgern mich.

Ständig dieses „Werten“ und gleichzeitige „Abwerten“ von Tätigkeiten, ob im beruflichen oder nebenberuflichen sowie im „privaten“ Bereich stachelt Diskussionen auf, die mir aufstoßen.

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Bildquelle: keyword-suggestions.com

Jede Arbeit ist „etwas wert“.
Die Putzfrau schuftet – im Allgemeinen – genauso wie ein/e PflegerIn, wie ein/e VerkäuferIn, wie ein/e BürokaufMannFrau, wie ein/e Beamter/in oder jemand der „nur“ geistige Arbeit leistet. Ich zähle jetzt ganz bewusst nicht jeden Beruf oder jede Arbeitstätigkeit auf.

Ist „Schreibtischarbeit“ mit „Bauhelfer“ oder „Pflege“ oder Sozialer Arbeit wirklich „vergleichbar“?
Was „wiegt“ mehr?
Der Stift oder die Tastatur „gegen“ maschinenbedienende oder rein körperliche Anstrengung?

Wer solche „Vergleiche“ der Wertigkeit aufstellt, sollte sich gleichsam bewusst sein, dass es nicht jedem vergönnt wurde, zu studieren. Aus welchen „Gründen“ auch immer.

Es ist für manchen ein Glücksfall, für anderen harte (körperliche oder geistige) Arbeit.
Dem einen fiel oder fällt das Lernen leichter als dem anderen, dafür macht dem nächsten das „Buddeln“ oder  „Ackern“ mehr Freude.
Doch sollte jede Tätigkeit – egal aus welchem Genre oder Bereich – angemessen beachtet, respektiert UND entlohnt werden.

Auch sogenannte ehrenamtliche – ich war auch mal eine – leisten wichtige und schwere Arbeit. Die bestenfalls mit einer „Aufwandsentschädigung“ (finanziell) be“lohnt“ wird. Oftmals aber „nur“ belächelt wird. Oder leider sogar manchmal ausgenutzt wird, um eine „Vollzeitstelle“ zu unterstützen oder gar auszutauschen.

Das seit vielen Jahren wachsende und heutzutage immer stärker werdende „Leistungsdenken“ ist schwierig für die Gemeinschaft. Jeder hat sicher Chancen, sich beruflich einzusetzen und damit finanziell zu „halten“. Jedoch sind auch diejenigen, die eben nicht „VW-Aufsichtsrat“ oder Banker oder womöglich auch Politiker sind, genauso „wichtig“ für die Gesellschaft.

Und für mich persönlich sind Menschen, die sich um andere Wesen – ob Menschen, Tiere oder Pflanzen – sorgen und diese UMsorgen, im ethischen Sinne wichtig(er).
Weil sie eben nicht nur aufs „Geld“ und das „Verkaufen“ und das „Erwirtschaften“ sehen, sondern um das WESEN an sich. Weil es ums Menschsein geht.
Sicherlich ist das Finanzielle wichtig, aber die Ausgewogenheit ist ein kleines bisschen wichtiger… denn ohne das geht es für mich nicht…

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