Eine Packung Knäckebrot

Altersarmut – es hat uns spürbar getroffen heute, (wieder mal) direkt damit „konfrontiert“ zu werden.
Ein Lebensmitteldiscounter, der seit einiger Zeit mit einem sehr positiven Slogan für sich und  „Einfach ist mehr“ – wirbt…
Wir standen mit einigen wenigen Kleinigkeiten an der Kassenschlange. Vor uns vier ebenfalls wartende Leute.
Da hörten wir die Kassiererin laut sagen „… Nein, ich kann ihnen nicht schon wieder etwas auslegen. Sie können heute entweder etwas zu trinken oder das Essen kaufen.“

Wir wurden aufmerksamer, ich sah einen älteren Herrn, etwas mubbelig angezogen, die verwaschene Mütze war tief in seinem Nacken und er wirkte sehr scheu.
Seine Worte waren so leise, das man sie nicht hören konnte.

Wieder die Stimme der Kassiererin: „Möchten sie jetzt den Eistee oder lieber das Knäckebrot?“
Seine Antwort war nicht zu hören, aber später zu sehen.
Es waren um die siebzig Cent, die sie dann freundlich aber hörbar von ihm „verlangte“.

Wir wollten dann die nun an der Kasse liegende Ware, die er offensichtlich nicht bezahlen konnte, „mitkaufen“ um sie ihm draußen zu geben…
und ich hab, bis wir dran waren, versucht, den alten Herrn nicht aus den Augen zu verlieren.
Aber er war recht zügig zwischen  den Autos auf dem Parkplatz verschwunden.
Die Kassiererin wirkte auf mich betrübt. Auch ich bin immer noch darüber traurig…

An der Kasse lag die eine Packung Knäckebrot.

Ein Gedanke zu “Eine Packung Knäckebrot

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