Die Mauer

Zwar kein halb- oder ganz rundes Jubiläum, aber doch dran denkenswert.
Vor 27 Jahren haben verschiedene Ereignisse dazu geführt, das Freitag, den 10. November, die Berufsschule nur noch zur Hälfte „gefüllt“ war.
Wir haben das fast verpennt. Also wir hatten zu der Zeit keinen Fernseher. Echt! Wegen einer privaten Trennung ;).
Im morgendlichen Bus zur Berufsschule hat auch keiner was erzählt.
Somit ich echt nichts ahnte.
Naja, morgens um sechs Uhr ist man auch kaum in großer Erzähllaune.

In der Berufsschule dann: Nanu, hab ich was verpasst? Einen Ausflug oder so? Geht meine Uhr falsch? Hatten wir nen anderen Treffpunkt ausgemacht?

Nach und nach trudelten einige Klassenkameradinnen ein, so dass ich dann erfuhr:
„Na, die sind bestimmt auch nach drüben.“ HÄ?

Rumms, das war natürlich erstmal eine Info, die ähnliche Auswirkungen auf meine Gesichtsmuskulatur hatte wie die Nachricht vom gestrigen US-Wahlausgang.
Ganz ehrlich, mir war damals nicht im Geringsten bewusst, was das für Auswirkungen haben würde.

Im persönlichen Erleben ist so Manches schwieriger geworden. Der soziale Zusammenhalt ist weniger geworden, fast ganz weg, das Verständnis füreinander, weil ja viele gleiche Sorgen und „Verdauungs“probleme hatten.
Aber besonders die ewige Angst um Gesundheit, Arbeit, Existenz.
Der wachsende Egoismus. Es zählt nur das Geld, die Leistung, die Macht.
Das aber lässt neue Mauern „wachsen“. Unsichtbare Mauern, gegen die auch gelaufen und demonstriert wird, gestreikt wird, die aber nicht davon (ein-)stürzen werden. Weil dahinter unwahrscheinlich große Gegenmächte stehen.

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