Spaß beim Beobachten in Wartebereichen – Teil 2

Die verunsicherte Dame ging dann doch aufs Örtchen. Warf mir noch einen komischen Blick zu und verschwand darin.
Meine lange Wartezeit – mittlerweile waren seit meiner ersten Ver-/Abschiebung vier Stunden und vierzig Minuten vergangen – hatte meine Nerven doch schon etwas strapaziert..

Doch Rettung nahte. Einer der Patientenlogistiker (so heißen die Schiebenden bzw. Abholenden heutzutage) brachte mich mit warmen lieben Worten zurück auf die Station.

Ich durfte endlich den Rollstuhl verlassen und aufstehen, so richtig herumgehen. Freute mich darüber dasss ich keine Thrombose und keine Fraktur hatte und der Arzt ja gesagt hatte es wäre alles soweit gut.
Somit ich meine Tasche holte und dass dort ziemlich unsortiert und unordentlich hineingetane herausholte und auf dem Bett ordnete.

Eine Stationsschwester kam herein und sagte: „Sie bleiben bitte nüchtern wegen nachher, wegen der OP.“
OP?????   ALARRM – was denn für ne OP? Mein Gesichtsausdruck muss Bände gesprochen haben, denn die Reaktion der Schwester, die sich grad wieder zum Rausgehen wegdrehen wollte, war sehr deutlich. „Hat ihnen das unten keiner gesagt? Das tut mir leid.“
Ich versuchte, die letzten 45 Minuten chronologisch in meine Gedanken zu bekommen.  Sagte ihr was der Arzt (welcher war das bzw. wie war dessen Name…?)
mir mitgeteilt hatte. Das schien ihr nicht zu gefallen. Mir gefiel gerade auch so einiges nicht.

Ich blieb wie bedröppelt da stehen, konnte es nicht fassen. Eine andere Schwester kam vorbei und sah mich durch die offengelassene Zimmertür (???) so dastehen. Frage ob sie mir helfen kann.
Ich versuchte, ruhig und emotionslos die Sachlage zu erläutern, worauf sie mir zusagte, sich nochmal bei den Ärzten zu erkundigen.

Mittlerweile war mein Männe da, es war gegen 14 Uhr. Mein Magen quälte mich, aber ich sollte ja nüchtern bleiben. Wasser füllt diesen Muskel auch.
Ich erklärte ihm was ich erlebt hatte und wie der derzeitige Stand war. Die zweite Schwester kam zurück und sagte, dass nachher die Ärzte nochmal „durchkommen“ und mir dann auch den weiteren Verlauf mitteilen. bis dahin sollte ich aber – vorsichtshalber – nichts essen.
Diät auf eine andere Art.

Warten die zehnte
Etwa eine Stunde später kamen vier Ärzte. Davon kannte ich die eine schon vom Vormittag. Sie erklärte den anderen meine „Sache“ … und dann drückten und sahen und drehten und tasteten einige am bunten Bein herum.
Was sie dazu sagten, konnte ich nicht alles gleich „übersetzen“ und wegen der Diskussion nicht erfragen. „Wir beraten uns und kommen nachher nochmal wieder.“

Warten die elfte.
Es verging wieder eine gute Stunde.
Tiere, die eingesperrt sind, werden aggressiv. Menschlichen Tieren geht es ebenso. Aufgrund mangelnder Kommunikation tigerte ich im Zimmer herum wie ein eingesperrtes Tier.
Stellte mich an die offene Zimemrtür um nicht „übergangen“ zu werden.

Es kamen drei Ärzte, von denen einer schon vorher mit dabei war. Es wurde wieder philosophiert und diskutiert. Deja vu´.
„Wir beraten uns nochmal und kommen später wieder.“

Warten die zwölfte.
Es graute schon, die Dämmerung kam langsam ins Land. Die Füße und Beine wurden kalt. Mir wurde kalt. Ich lief wieder herum um erstens die Wartezeit bewegenderweise zu überbrücken und zweitens nicht moch mehr zu frieren.
Die Parkzeit lief und lief. Parken am oder in der Nähe vom Klinikum ist teuer!
Ein weißer Kittel schwebte an der immer noch offenen Zimmertür (ich wollte ja nix verpassen!) vorbei, ich platzierte mich wieder weiter vorn und passte ihn auf seinem Rückweg ab.
„Oh, hat ihnen die Stationsärztin noch keine Information gegeben? … Das tut mir sehr leid. Sie müssen heute noch hierbleiben, da ….“

Das warten hatte ein Ende.
Meine zusammengesuchte Fassung allerdings auch.

Es waren drei Euro. Unglaublich. NUR drei Euro? War der Parkautomat defekt oder hatte der Parkplatzvermieter urplötzlich seine Preise verkleinert?

Jetzt, wo ich ja nun wieder im trauten Heim bei Männe und Miezen bin, kann ich darüber nur noch lachen. Naja, grinsen. Naja, manchmal.
Kühlen und beobachten tu ich weiter, natürlich.
Allerdings… mein Kreuz ärgert mich. Mein Männe übt, glücklicherweise ist er grad zuHause, das „Pflegen und Hegen“.
Er macht das GUT!

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