Unglaublich aber wahr – nach 45 Arbeitsjahren eine gruslige Erkenntnis

45 – in Buchstaben: Fünfundvierzig ! – Arbeitsjahre, geschuftet, gearbeitet, sicher vieles hingenommen und für sich und sein Auskommen selbst gesorgt… und dann DAS: Die Willkür eines Jobcenters!
Die „Story“ habe ich schon einige Zeit verfolgt, da dieses Thema Hartz Vier, Arbeitslosengeld zwei oder „Grundsicherung“ – wie auch immer das genannt wird, auch tatsächlich JEDEN treffen kann.
Es ist gut, das es das gibt. Denn nur in wenigen Ländern dieser Erde werden überhaupt Menschen staatlich unterstützt, wenn sie nicht mehr selbst für ihr Ein- und Auskommen sorgen können.
Es ist schlimm, das es ausgenützt wird. Aber das ist Mensch. Komisch, warum bin ich eigentlich auch einer?
Es ist MIES, wie sehr es unterdrückt, erniedrigt und nun… auch willkürlich vergeben oder „abgelehnt“ wird.

Hier der betreffende Beitrag der mdr – Exakt – Sendung vom Mittwoch, 6. Juni 2016

Wer schon mal in dieser Situation steckte, solche Hilfe vom Amt erbitten zu müssen, wird mir sicherlich beipflichten, wenn ich glaube, es gibt wie immer „solche und solche“.
Nicht alle Ämter schludern, nicht alle Beamten/innen trinken ständig Kaffee. Manche nämlich auch Tee oder Wasser 😉   Nee, mal im Ernst.
Es ist eigentlich schon schlimm genug, solche Art von Unterstützung erbitten zu müssen. Es ist ein Gang, den ganz sicher kaum einer „gern“ geht.
Es ist eine Offenlegung des nahezu gänzlichen eigenen Lebens.
Andere Menschen „entscheiden“, was einem zusteht. Was einem gewährt wird.
Zum Leben. Zum Überleben auch.

Wenn man – wie im Bekanntenkreis tatsächlich erlebt – einen Arbeitsweg von knapp 70 Kilometer pro  EINFACHE Strecke ! –  dann verfährt man täglich 140 Kilometer nur zur Arbeit und zurück. 1250 Euro netto monatlich – klingt erstmal viel. Ist auch eigentlich okay, solange man eben nicht durchschnittlich monatlich 3220 Kilometer fahren muss.
Das bedeutet bei elf Monaten im Jahr – denn etwa einen Monat ziehe ich durch die 21  Tage Mindesturlaub mal ab – 35420 Kilometer Arbeitsweg.
Wow. Toll, was es da eigentlich für ne Riesensumme geben müsste, als Lohnsteuerjahresausgleich…
Moment – nur das alleine ist es aber nicht.

Wir haben damals vorsichtig bei der KFZ-Versicherung 15tausend Kilometer im Jahr angegeben, damit wir auch mal, anstatt „nur“ zur Arbeit und zurück zu fahren, einen Besuch oder einen Kurzurlaub oder sowas… ach ja und Einkaufswege machen können.
Was wir im Monat, trotz Prozenten, dafür einberechnen müssen, was von den Reifen und weiteren Verschleißteilen sozusagen auf der Straße bleibt und was dafür in den Tank muss…
Okay, ich schweife ab.
Das Auto hat was gekostet, kostet immer noch und wird… mit einer PAUSCHALE – trotz aller Nachweise der Kosten – im ALG zwei „berücksichtigt“.
Der Kredit dafür allerdings nur minimal.
Alles was es wirklich ! kostet, wird dann vom gewährten Unterstützungsgeld selbst noch bezahlt.

Was ich eigentlich damit „sagen“ will: Arbeitslosengeld, ob eins oder zwei, Grundsicherung … ist hierzulande ein Aufreger- und Überlebensthema.
„Die kriegen doch alles bezahlt…“ DAS stimmt NICHT!
Denn Versicherungen, Stromkosten, Telefon, Internet (wird vom Arbeitssuchenden erwartet!) und weitere „laufende Kosten“ werden eben nicht oder minimal pauschaliert „übernommen“.
Die meisten „ALG2-Empfänger“ versuchen tatsächlich zu überleben. Und sind bemüht, sich wieder selbst versorgen zu können  und auf der intensiven Jobsuche! Aber auch darüber hab ich hier schon geschrieben.

Der vorliegende Fall ist wiederum einzigartig und unglaublich. Im Salzlandkreis – in Sachsen-Anhalt – scheint es wirklich einiges an Nachholbedarf in Sachen Antiüberheblichkeit zu geben…
Bin gespannt, wie das weitergeht und hoffe der Herr und sein Anwalt bekommen das noch durch! Bevor der Herr, der ja nur noch ein paar Jährchen (?) bis zur Altersregelrente hat, wegen dem Dauertheaterstress nicht noch ganz krank wird…

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