Wenn das Drumherum einen schafft…

Die fünf Sinne, die dem Menschen gegeben, werden oft bis zur Schmerzgrenze ausgereizt. Im Alltag, oft ohne das wir es bemerken.
Bei mir sind zwei Sinne, die allerdings nicht wirklich einen „Namen“ haben, sehr stark ausgeprägt: Die Wahrnehmung, WAS um mich herum passiert und WIE die „Stimmung“ ist.
Nein, ich will nicht psychologisieren. Und ich maße mir nicht an, tatsächlich immer damit „richtig zu liegen“.  Jedoch meinen viele andere, ich läge meistens richtig… also mit diesen Empfindungen.

Doch meine Ohren und Augen sind nicht so wirklich „die Besten“. Das war aber schon immer so und man lernt, damit mit zu leben. Irgendwie. Damit verändert sich aber auch, in jahrelangem „Training“, *Ironie*  die (eigene) Wahrnehmung.

Nun muss ich aber zugeben, dass ich NICHT gerne einkaufe.
Auch Schuhe NICHT! Schuhe schon gar nicht. Furchtbar. Immer dieses „Ausziehen, Anprobieren und wieder ausziehen, Umziehen und wieder anziehen. Aufmachen und zumachen. Hin und herlaufen…“  Die Blicke der anderen immer im Nacken. Umknicken und wieder aufrichten…. Das nur so am Rande.

Im Lebensmittel“Discounter“ ist es mir immer irgendwie zu eng. Zu voll. Zu laut. Oft jedenfalls.
Männe geht da durch, ich hänge lenkend am Wagen und versuche, mittels Gleichgewichtsorganen und Gliedmaßen sowie den anderen Sinnen „den Anschluss“ nicht zu verpassen.
Da vorne ist er. Er sagt was. Zumindest sieht das so aus. Aber ich höre es nicht.
Er ist gefühlte zwei Kilometer, tatsächlich aber nur zwei Schritte vor mir.
Gefühlte zwanzig Leute und vierzig Geräusche um mich herum, tatsächlich aber „nur“ fünf  weitere Wesen, die Durchsage dass „eine Tafel M… heute nur … kostet“,  ein bisschen Hintergrundmusik. Und ein paar Gesprächsfetzen.
Und ich mittendrin.
Da schubst mich jemand, der vorbei wollte. Wo ich doch eh schon am Rand des „Durchgangs“ stehe.
Da schreit ein Kind „Maaamaaaa“ und ich zucke zusammen.
Männe merkt glücklicherweise was los ist mit mir. Schnappt sich den Wagen, schiebt ihn weiter, mich am anderen Arm geleitend.
Ich komme mir alt vor, greisig, taub.
Manchmal – nur manchmal – ist es wirklich schlimm.
So wie eben neulich.

Diese Einkaufserlebnisse habe ich tatsächlich inzwischen etwas häufiger.
Wir bekommen unseren Einkauf natürlich „trotzdem“ geregelt.
Denn, nun, wo ich (leider) viel mehr Zeit habe als mir manchmal lieb ist… gehe ich gern ganz früh hin, weil es vergleichsweise still und angenehm ist.
Ruhig und gelassen…

knallkopf

knallkopf

Warum ist diese Welt eigentlich SO hektisch?
War sie schon immer so?
Mein einer, früherer HNO (Hals-Nasen-Ohrenarzt) meinte vor vielen Jahren, dass meine Hörnerven eben sehr ausgeprägt sind, da sie den „Job“ der (defekten) Trommelfelle ja von „klein auf“ mit übernehmen mussten.
Und Hörnerven sind eben NERVEN. Und die können eben auch mal nicht mehr.

DAS nervt. Mich. Und andere in meiner Umgebung…
Geht das echt nur mir so???

interner link zu Gesundheit und Soziales – Hyperakusis

2 Gedanken zu “Wenn das Drumherum einen schafft…

  1. Pingback: ein Feuerwerk der Reize | Mensch & Tier im Jetzt & Hier

  2. Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen. Negative Hektik wird überall verbreitet. Gerade die Generation vor mir empfinde ich als unausgeglichen. Diese Unausgeglichenheit schrie mich auch stets an. Ich höre und seh gut. In Hektik funktionierte nichts mehr. Ich habe gelernt und wenn ich gut drauf bin, stört mich nichts. Zum Glück bin ich oft gut drauf….☺

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