In meiner Kinderzeit,

Als die Kita noch Kindergarten hieß, gingen wir in „unserer Straße“ gemeinsam den laaaangen Weg zum Kindergarten.
Vorne am Anfang der Lindenstraße (ja!!!) wurden die „ersten“ Kinder von
ihren Muttis, Vatis oder Omis am Gartenzaun gedrückt und verabschiedet.
Nach und nach kamen sie dann bei uns an, wir wurden von unseren Verabschiedern (Mutti, Vati oder Großeltern, je nach Schicht unserer Eltern) gedrückt und verabschiedet… der eine Nachbarsjunge von gegenüber bekam ab und zu „für alle“ ein paar Süßigkeiten mit, die er dann mit uns teilte. Hüpfend und fröhlich gingen wir alle gemeinsam weiter und „sammelten“ die anderen Kinder ein.
So kamen wir dann mit zehn oder 15 Kindern „hinten“ am Kindergarten an.
Dann konnte die empfangende Kindergärtnerin (so hießen die damals bei uns) auch gleich eventuelle Entschuldigungszettel in Empfang nehmen, die die entschuldigenden Mutti´s, Vati´s oder Omi´s mitgegeben haben.

Sobald das Wetter es zuließ, verlief der Tag von Anfang bis Ende im Kindergarten draußen. Es war ein herrlicher GARTEN.
Ein bisschen wild, „Dschungel“, „Pipi Langstrumpf-Häuschen, Wippen, Schaukeln, Sandkästen, Wiesen, Bäume, Gebüsche…
Vom gemeinsamen „kleinen“ Frühstück, Spielen, toben, singen, Mittagessen, Mittagsschlaf auf Liegen oder Matratzen bis zum Weiterspielen und toben.

Eine unbeschwerte und doch behütete Zeit.
Mama, Papa oder Omi und Opi, Tante Onkel, Nachbarin oder oder oder – es gab immer „jemanden“ an den sich Kind wenden konnte.
Ohne einzuengen wurde aufgepasst.
Ohne Tratschen wurde mitgeteilt.
Ohne „stalken“ wurde beobachtet.

Der Blogbeitrag von link zum Blogbeitrag von guteskarmatogo hat da so einige Erinnerungen bei mir aufgeweckt…

Manchmal frage ich mich, was in den letzten 30, 35 Jahren  – huch 😉 – „passiert“ ist, dass es heutzutage oft so anders ist.

Das jeder Blick, den man einem Kind zuwirft, gleich unendlich viele Fragen bei den meisten Begleitenden aufwerfen. Misstrauisch, fragend, abschätzend…
Das so manches Lächeln sofort in Frage gestellt wird.
Dass aber auch vieles, was wirklich „unerhört“ ist, geduldet und belächelt wird.
Was läuft hier schief?

Nebenan in der Kita ist auch, sobald drei Sonnenstrahlen am Himmel sind, der Garten voller Leben. Völlig richtig! Er ist ein kleines bisschen verwildert und hat viele Spiel- und Versteckmöglichkeiten.
Ich sehe gern hin, wenn die Kiddis spielen, aber da war mal etwas…
Raufen und toben – ja.
Ein bisschen „schubsen“ und „rempeln“… ok.
Aber wenn drei Kinder im Alter von etwa drei bis fünf Jahren ein anderes Kind auch in dem Alter UMschubsen, dabei laut und hämisch mit dem Finger darauf zeigend lachen und dann dem liegenden und weinenden Kind noch mehrere Male auf Bauch, Gesicht und Hals treten… hört bei mir eindeutig das Verständnis und das „Raufen“ auf.

Mein Rufen machte  eine KiTa-Erzieherin, die nicht weit mit anderen Damen im angeregten Gepräch war, aufmerksam und sie kam „gucken.“
Über den Zaun hinweg erzählte ich ihr von meinen Beobachtungen.
Sie reagierte auf mich ärgerlich und angesäuert, wie ich mich denn einmischen könnte.
Das weinende Kind wiederum hatte sich inzwischen – sichtlich gedemütigt und beschmutzt und mit einem hellblauen Fleck am Arm – davon gemacht.
Die anderen drei Kinderlein sahen wie kleine brave Engelchen auf den Holzbalken sitzend dem „Geschehen“ zu als wäre NICHTS passiert.
Wie ich mich „einmischen“ könnte??!!
NUN ja, ich bin FROH dass ich mich eingemischt habe.

Ich weiß, wie weh sowas tut.
Da meine Erinnerungen an die Kindergartenzeit frei von jeglicher Gewalt waren…

2 Gedanken zu “In meiner Kinderzeit,

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