Bitte pass auf dich auf, lieber Wolf!

Lieber Wolf,

ich schreibe dir heute mal, obwohl ich weiß, dass du das nicht lesen/verstehen kannst.
Vielleicht gibt es ja „ein höheres Wesen“, dass dein Schutzengel ist oder für dich und deine Lieben genügend Schutzengel auftreiben kann.
Dann solltet ihr wissen, dass es auf dieser Welt doch Menschen gibt, denen ihr nicht „egal“ seid, oder gar „widerwärtig“.
Oder die euch und alle anderen Tiere nicht als „Platzwegnehmer“ sehen oder gar „Pelzgeber“…

Bildcollage Wölfe

wir sind nicht böse, wir sind edel
Bild edit by hoschkat

Ja, es gibt sie. Doch auch uns Tierliebhaber solltet ihr meiden.
Wir „tun“ euch nichts. Wir freuen uns, dass auch ihr wieder hier leben sollt und „dürft“.
Doch auch wir sind nicht nur gut für euch.
Wenn ihr – herrlichen Wölfe – euch an uns Menschen nur ein bisschen gewöhnt, dann verliert ihr eure natürliche, wichtige Scheu.
Euer Instinkt sagt euch doch sonst auch „Achtung“ oder sowas.
Aber weil sich Mensch auf diesem Planeten so unglaublich hochnäsig, herrschend und unverhältnismäßig ausbreitet, haben Tierwesen wie ihr, denen ja auch der natürliche Platz auf dieser Weltkugel „zusteht“,  immer weniger Raum.

Euer „Revierverhalten“ ändert sich. Ja klar! Weil diese „Reviere“ immer weiter  begrenzt werden. Weil ihr nicht mehr wirklich herumstreifen könnt, ohne „gestört“ zu werden.

link zu volksstimme.de – lokal – kloetze – wolfsbeauftragter

Wenn ihr oder eure Familie Hunger habt, sucht ihr euch was zu Fressen.
Ihr jagt andere Tiere wie Hasen, kleine Wildschweine, Rehe oder Hirsche, Kitze und auch kleinere Tiere.
Aber – ganz ehrlich – so wie Mensch in den Supermarkt geht, um sich dort abgepackte Nahrungsmittel auszusuchen und in den Einkaufswagen zu legen
so seht ihr „abgepackte“ > eingezäunte (?) Nahrungs“mittel“ nicht wirklich weit von euch und … tja, eingezäunte Schafe oder Ziegen können schlecht weglaufen.

Es ist eben viel leichter und sicherlich damit auch bequemer, sich das „Fast Food“ auf diese Weise zu erhaschen, wenn es einem schon so „serviert“ wird.
Würde Mensch ja auch so machen, aber er macht es eh schon so.
Er gesteht sich das zu, aber allen anderen Wesen auf dieser Welt offensichtlich nicht.

Hey, ich finde es den Schäfern und anderen Tierhaltern gegenüber auch nicht gut, denn oftmals müssen sie ja vom Ertrag ihrer Herden leben.
Es ist harte und oftmals ungerechte Arbeit und sie bringt nicht viel ein. Hin und wieder wird es auch nicht „nur Arbeit“ sein, es gehört viel Enthusiasmus dazu.
Warum ich dir das schreibe?

Naja, möglicherweise wird es dir bald nicht mehr so einfach sein, deren Tiere zu reißen, wenn die Tierhirten diese anderen, dir SEHR ähnlichen Tiere zum Schutz ihrer Schafe, Ziegen und anderer Herdentiere einsetzen.
Du wirst dich möglicherweise erschrecken, aber glaub mir, es geht dabei nicht darum, dass ihr Wölfe und (Herdenschutz-)Hunde euch bekriegt oder gar gegenseitig tötet.
Der Schutzhund soll „seine“ Herde halt verteidigen. So wie du Wolf deine Familie, dein Rudel verteidigst.
Also achtet auf euch, geh du wieder deiner Wege und jage besser mehr im Wald.

Ich weiß, dass du nur soviel, wie du und dein Rudel benötigst, reisst und frisst. Zwar liegen oftmals einige Kadaver herum, grausam blutig zugerichtet.
Irgendeiner wird da wohl in einen „Blutrausch“ gefallen sein. Ist nicht gut, macht einen äußerst schlechten Eindruck und schürt die Wut auf euch „Raubtiere“.

Mensch verfällt ja auch oft genug in einen Blutrausch, wenn er beispielsweise beim Schlachten Genugtuung oder gar Freude empfindet. Er schlachtet ja auch ab, viel mehr als er eigentlich zum Leben „braucht“.
Er gesteht sich das ein, bei dir nennt er das dann „Blutrausch“. Nun ja.

Bitte, Lieber Wolf, sei vorsichtiger. Passt alle auf euch auf. Lasst euch nicht „erwischen“ und bleibt einfach die „Polizei des Waldes“.
Zeigt euch nicht allzuoft vor uns Menschen oder ihren „Fallen“.
Denn umso mehr man euch SIEHT oder eure „Zerstörungswerke“, umso mehr werdet ihr gehasst, verfolgt und womöglich – wegen „abnormen, risikoreichem Verhalten“ doch getötet…

Ich mag euch sehr. Und wenn ich einem oder mehreren von euch begegnen würde, würde ich anhalten, still stehen oder sitzen bleiben und … euren Anblick genießen.
Still, besonnen und glücklich. Und es nicht mit Angabe der „Fund“-Stelle, womöglich mit Fotos dokumentiert im weltweiten SocialNetwork verbreiten.
Um EUCH zu schützen.
Aber es ist einfach besser, wenn ihr unter euch bleibt.
Mensch ist nicht gut für euch.
Leider.

Ganz liebe Grüße
annalenaKat

11 Gedanken zu “Bitte pass auf dich auf, lieber Wolf!

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  3. Die Verehrung des Wolfs einiger als mystisches Tier der Kraft, die durch Märchen verankerten und wachgehaltenen Ängste bei eigentlich indifferenten Menschen und die pragmatische Ablehnung von Personengruppen, die sich prophylaktisch, aber auch unleugnbar tatsächlich materiell beeinträchtigt sehen – sie alle, die positiven und die negativen Ansichten vom Wolf, gefährden ihn und gerecht wird ihm keine. Ich finde, du hast es gut zusammengefasst.

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    • danke auch dir, puzzleblume. diese Anteilnahme freut mich sehr!
      Als „Märchenfigur“ muss(te) leider eines der interessantesten und schönsten Tiere für die „böse Seite“ herhalten.
      Wobei kein Tier „böse ist, sondern nur dazu gemacht wird…

      Gefällt 1 Person

  4. Vielen Dank für diesen berührenden „Brief an den Wolf“, Du schreibst ihn im Namen vieler Mitmenschen ! Dich habe ich hier über Katrin gefunden (https://musikhai.com/). Für mich sind Wölfe der Inbegriff von Freiheit und es ist traurig und erschreckend zu sehen, dass wir Menschen sie in unseren Lebensräumen, die sich inzwischen über den ganzen Globus erstrecken weiterhin ausrotten wollen. In Italien gibt es inzwischen hunderte von Wölfen. Auch dort sind sie nicht gerade beliebt, aber es gibt viele Schutzprogramme, die ihnen helfen. Wir Menschen sollten nicht vergessen, dass Gott auch die Tiere erschuf, sie sind unsere „Brüder“. Lieben Gruß aus Wiesbaden, Nadia

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    • Danke liebe Nadja. Ich hoffe sehr, dass die Menschen wieder mehr darauf achten, WAS sie auf dieser Welt tun, dass sie ALLES auf dieser Welt wieder mehr achten und respektieren. Und weil mich eben ganz besonders die Tiere berühren und in diesem Fall „DER Wolf“, nutze ich diese Möglichkeit, immer wieder darauf aufmerksam zu machen. Es war mir gestern ein großes Bedürfnis, auf diese Weise meine Gedanken und Wünsche an die Tiere aufzuschreiben.
      Es ist gut zu wissen, das du und viele andere auch so denken und leben.
      Lieben Gruß aus dem Harzvorland
      annalenaKat

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      • Liebe Annalena, ich glaube auch, dass es wichtig ist zu erkennen, dass wir inzwischen viele sind, die Tiere und insbesondere die letzten Wildtiere in unseren zersiedelten Gegenden schützen möchten. Laut Umfragen sind wir in Deutschland immerhin 60% auf der Seite des Wolfes. Letztens las ich, dass dieser Gedanke des Tierschutzes gar nicht so neu ist; hier aus einem Buch von Peter Gerlitz: „Besonders unter dem buddhistischen Kaiser Asoka (268-232 v. Chr.) wurden besondere Gesetze zum Schutz von Tieren erlassen.“ Lieben Gruß aus Wiesbaden, Nadia

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