Systematischer Betrug in der Pflege

Klar, das auch mich dieses Thema interessiert. Denn der Betrug in der Pflege ist seit langem bekannt. Als Betreuungskraft war ich „nur“ einige Jahre beruflich tätig. Aber ehrenamtlich habe ich mich schon viele Jahre vorher in der Betreuung engagiert. Wache Augen und Ohren sowie gute Antennen haben allerdings mit dazu geführt, dass ich oft in „Ungnade“ gefallen bin.

Vertrauende Hände

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Nicht bei „meinen Leutchen“ – da ganz im Gegenteil. Sondern bei denen, die so manches lieber verheimlich hätten.
Wobei mein angeborener Gerechtigkeitssinn eben angeboren ist. Und ganz ehrlich? DEN „Ausschalt-Knopf“ will ich gar nicht finden! Auch wenn es einen oftmals sozusagen an die Nieren geht… oder wie bei mir sich auf den Rücken „schlägt“.
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Solange es Vorgaben wie “ 15 Minuten morgens zum Wecken, Waschen, Zähneputzen und Anziehen“ gibt, wird mindestens mindestens eins davon nicht ganz genau ausgeführt werden können.

Ich hatte mich jahrelang um alle möglichen Alltagsbelange meiner ältlichen Nachbarin gekümmert, doch mit der fotschreitenden Unbeweglichkeit kam dann der Pflegedienst ins „Spiel“. Als ich das Angebots-Schreiben sah, war ich verblüfft.
15 Minuten… So“viel“ Zeit war laut  dem Schreiben dieses Pflegedienstes vorgegeben. Wer setzt denn solche Zeitvorgaben an? Meine durchaus freundlich gestellte Frage, wie das gehen soll, wurde mit traurigem Schulterzucken beantwortet.

Ich hatte vorher meistens um die 20 Minuten gebraucht, um meine Nachbarin morgens zu wecken und in den Tag zu bringen. Mit liebevoll-fröhlich gehauchtem ‚guten Morgen‘, dem Öffnen der Gardine, dem leisen Vorsingen eines Liedes, dem sanften Massieren der Beine und dem vorsichtigen Anheben, um sie aufs Bett zu setzen. Dann habe ich nebenan in der Küche die Kaffeemaschine vorbereitet und den Kaffee aufgesetzt, die zwei Toastscheiben in den Toaster getan und Geschirr auf den Tisch gestellt. Dann bin ich wieder rüber ins Kämmerlein und habe mich kurz zu ihr gesetzt, denn dann war sie sozusagen „ansprechbar“ und erzählte mir, wie sie geschlafen hat. Dann habe ich ihr aufgeholfen, ihr in den Bademantel umgelegt und ihre Schritte nach nebenan begleitet.
Dort hat sie erstmal geschaut, ob ich auch alles richtig gemacht habe und dann hat sie sich grinsend auf ihren Lieblingsplatz gesetzt…
Das Duschen, Zähneputzen und Anziehen wurde dann von uns beiden nach einem gemütlichen Frühstück auch ohne Hektik und „Hopp Hopp“ durchgeführt.
Insgesamt habe ich dafür immer eine gute Stunde benötigt, bis ich mich dann den anderen Dingen gewidmet habe wie Haushalt, Wäsche und Spielen, Musizieren und so weiter. Es hat ihr gefallen, sich umsorgt zu wissen.
Es würde JEDEM gefallen, umsorgt und auf eigene Bedürfnisse angemessen betreut zu werden!

Also 15 Minuten – ich ahnte Schlimmes. Denn das dürfte bedeuten, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes mit sputen musste… Aber nach eingen Tagen hat mir die freundliche, liebevolle Pflegerin gesagt, es geht eh nicht so, mit den 15 Minuten ALLES. Das weiß eigentlich jeder, der jemals in diesem Bereich praktisch tätig war und ist.

Man kann den Pflegenden keinen Vorwurf machen. Die meisten !!! geben sich unendlich viel Mühe und sind mit dem ganzen Herzen dabei. Sie möchten ihre Patienten und Bewohner liebevoll und angenehm betreuen und pflegen.

Es liegt meiner Meinung nach an diesem finanziellen Rahmen, der für minutiös aufgelistete Tätigkeitsleistungen ganz genaue Abrechnungen und Geldfluss fordert.
Die Individualität des zu Pflegenden bleibt dabei völlig unberührt und unbeachtet.
So will auch keiner derjenigen, die diese Vorgaben machen, mal selbst betreut und gepflegt werden… ganz sicher nicht!

Siehe auch hier: interner link zu „Themen – Gesundheit und Soziales“

Ein Gedanke zu “Systematischer Betrug in der Pflege

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