Die Suche im Hamsterrad

Eine Tür schließt sich, eine andere öffnet sich…

eine Tür zum Sonnenblumenfeld öffnet sich

eine Tür öffnet sich

das wird im Allgemeinen immer so gesagt. Langsam habe ich aber schon das Gefühl es herrscht bei mir öfters Durchzug. Tür auf, Tür zu… Tür auf?
Eine wichtige Tür hat sich gestern für mich verschlossen. Den Osterhasen – ich glaub langsam wieder an dieses schnuckelige Tierchen – hab ich virtuell gleich gebeten, ein Überraschungsei nicht allzu schwer für mich zu verstecken. Aber nicht mit „was zu spielen…“ sondern wenn möglich mit einem neuen, positiven Job.

Was das ist, ein positiver Job?
Für mich ist das eine ausgewogene, verantwortungsvolle Tätigkeit, bei der ich nicht abends völlig ausgepowert und oftmals mit tränenverschleierten Augen nach Hause komme.
Bei der ich wenigstens ab und zu stolz sein DARF, auf mein Erreichtes.
Bei der nicht „jemand“ mit der Stoppuhr hinter einem steht und jede Bewegung der Hand und der tippenden Finger und des denkenden Kopfes … ganz intensiv beobachtet, analysiert und wahrscheinlich in eine Tätigkeitsabrechnungs-Tabelle einträgt.
Bei der nicht jede menschliche Geste als Schwäche und Unvermögen ausgelegt, bewertet und notiert wird.
Bei der Kreativität  in Qualität sichtbar sein darf, statt in Monotonie und Quantität.
Bei der ich ein Einkommen zum Auskommen habe.

Das ist kein Jammern, das sind Fakten und Wünsche. Wobei ich bis gestern abend dachte, diese meine Wünsche seien Utopie.
Ein Telefonat rettete mir glücklicherweise den restlichen Abend, bei dem mir durchaus zugesichert wurde, dass ich in der Realität war und bin, das meine Gedanken und Wünsche klar und nachvollziehbar sind.

Auch wenn mir diese wichtige, wirklich liebe Person nicht praktisch helfen konnte oder kann, ist es für das eigene Selbstwertgefühl unglaublich bedeutend. Zu wissen das man als Kollegin geschätzt wurde.

Diejenigen, die mit meiner Tätigkeit oft sogar mehr als zufrieden waren und es auch noch sind, haben dies mehrfach, zum Teil begeistert, geäußert. Das freut mich immer noch und diese Freude kann mir auch keiner nehmen. Doch die dürfen es – jetzt – nicht wissen, dass demnächst wieder jemand anders ihre individuellen Wünsche betreut und ihnen weiter sowas Tolles erarbeitet. Somit werde ich von diesen auch keine (positiven) Referenzen bekommen.

du schaffst das

du schaffst das

Ist es denn wirklich so schwierig, sich in dieser Arbeitswelt ein klein bisschen Menschlichkeit zu erhalten?
Ist Verständnis füreinander wirklich irgendwie zum Fremdwort geworden?

Die Suche beginnt also wieder von vorn. Der Knopf zum Ausschalten meiner Sensibilität ist derzeit irgendwo versteckt.

Ewig habe ich ja keine Zeit, also muss es so schnell wie möglich wieder was Neues für mich geben.
Da ist es, das Hamsterrad: SCHNELL…
Sonst wird der Amtsschimmel wieder laut und größer und erschwert nicht nur meinen Alltag. Sonst geht es wieder mal um die Existenz, um das blanke Dasein.
Ich bin da. Hier. Ich möchte weiter da sein dürfen, als ich selbst.

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