Passen Wut und Diplomatie zusammen?

Es war der Wahnsinn, innerlich habe ich gekocht, schon gesprudelt. Kurz vorm Knallen.
Aber es waren einfach zu viele Leute drumherum und man wurde ja doch so erzogen, sich „zusammenzureißen“.
Gott sei Dank hab ich ne Mimik. Und die lügt nie. Das kann ich glücklicherweise gar nicht beeinflussen. Somit kann ich nicht lügen und zeige irgendwie doch die WUT.
Lautlos. Das ist dann ein Teil der Diplomatie. Irgendwie…

Kommt dann die Frage auf „Was hast du denn, warum guckst du so böse?“ sage ich mit leiser aber bestimmter Stimmlage: „Später!“

Okay, ich trage nahezu niemals ein „Stop!“-Schild mit mir herum. Oder eine „rote Karte“ oder sowas.
Es gibt tatsächlich Menschen auch in meiner Umgebung  😉  die ein „Später!“ oder „Jetzt nicht!“ oder eben „Stop!“ nicht als NEIN verstehen. Dann muss ich das mehrmals sagen. SAGEN, nicht schreien. Denn wenn ich das schreien müsste, wären alle drumherum doch aufmerksamer als mir lieb ist.

NEIN, es muss nicht jeder wissen wie es mir geht, was ich gerade denke, was ich esse, wo ich sitze, wie ich mich fühle, was ich grade höre, was wir heute oder morgen vorhaben, wohin wir in „Urlaub“ wollen und so weiter.
Es ist ein Teil Rücksichtnahme auf die unbetroffenen Um-mich-herum-Menschen, die mit der Dramatik der Unstimmigkeit(en) ganz sicherlich nichts zu schaffen haben wollen. Ein weiterer Teil ist Selbstschutz – wenn es denn kurz vorm Platzen ist… und ein weiterer Teil ist Diplomatie.

Der- oder diejenige(n), die mitverantwortlich scheinen für meinen Ärger, haben irgendwas an Gefühlen, Erlebnissen, Ängsten oder wer weiß was grade im Kopf und/oder woanders. Hoffentlich.

Wenn es „nur“ darum ginge mich zu ärgern, dann wäre der Druck eindeutig zu groß und ich würde mich nicht mehr halten können. Aber wer will mich denn einfach „nur“ ärgern??? Optimismus in Selbstir(r)onie…

Na jedenfalls ist es dann so, dass ich mich kurz vorm Platzen meiner Druck“partone“ im Hirnskasten tatsächlich noch im stande bin zu denken „warum…???“
Und das wiederum führt meistens dazu, dass sich der Druck ein wenig senkt und die Rakete dann nicht losgeht. Das dieses „warum…?“ dazu führt, sich zu fragen was eigentlich DIESEN Ärger hervorruft… gerufen hat?

Der Ärger ist noch nicht weg, ich bin dabei mich zu sammeln und zu analysieren, wie ich diejenige in meiner Verwandtschaft darauf ansprechen kann, ohne einen Riesenkrach daraus erwachsen zu lassen.

Tja, sowas geht mir und meiner Bekannten beim Autofahren durch den Kopf. Wenn es ums „na wie war dein Wochenende…?“-Thema geht.  Und man überlegt. Wochenende? Huch, stimmt ja, ich war zwei Tage nicht arbeiten… in der Firma…

Ja, ich bin seit zwei Wochen wieder arbeiten.
Obwohl meine Verletzung noch nicht ausgeheilt ist und weiter behandelt wird.
Obwohl es noch oft ziemlich WEH tut.
Obwohl meine Hausärztin nicht „zufrieden“ ist mit dem derzeitigen Heilungsverlauf.
Obwohl sie daher meint, „es wäre wohl doch ein bisschen  früh gewesen… mich wieder losuzlassen…“
Weil ich wieder los wollte und ein bisschen gedrängelt habe. Denn da gibt es etwas, das sich „schlechtes Gewissen“ nennt. Kennt der eine oder andere sicher auch. Ist verwandt mit der „Rücksichtnahme“ und der „Diplomatie„. Irgendwie treten die immer öfter zusammen auf. Machen ein Theater… schlimm.
Sorgen dafür, dass die WUT und der ÄRGER nicht zum Knall führen.
Wer weiß, wozu das gut ist.
Zumindest für die wäre das gut, die danach aufräumen müssten…

2 Gedanken zu “Passen Wut und Diplomatie zusammen?

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