Lächeln kostet nix und macht schön

Da ich ja nun seit meinem Krankenhaus-OP-Aufenthalt täglich zum Verbandswechsel muss, erlebe ich dabei täglich Neues und Interessantes.  Vieles wäre hier sicherlich aufschreibbar, aber ich versuche, es mal zusammenzufassen: Besonders die älteren Herrschaften sind ja  – immer noch – spannend für mich. Vor zwei Tagen zum Beispiel schlenderte ich wie jeden Wochentag in Richtung meiner Hausarzt-Praxis und mir kam unter anderem eine ältere Dame entgegen. Es war nicht sehr kalt, meiner Empfindung nach. Windig, ja, aber sonnig. Sie hatte eine herrliche Mütze auf. So ein Ding zwischen Altdamen-Hut, Bommelmütze und russischer „Schappka“. Ihr graues Haar lugte hier und da mal vor, das konnte ich sehen als sie einige wenige Meter vor mir war.
Aufgrund dieser Beobachtungen ihres Kopfschutzes und der so niedlich da raus guckenden Haare, muss ich wohl gelächelt haben. Nun ja, auch davon kann sich Mensch ja „angegriffen“ fühlen.
Aber sie konnte dieses Lächeln offensichtlich als solches werten. Und lächelte zurück.
Ein freundlicher Gruß beiderseits, obwohl wir uns vorher noch nie gesehen und/oder wahrgenommen haben und dann sagte sie schelmisch lächelnd: „Ja, die Mütze ist was ganz Besonderes! Sie haben bestimmt deswegen gelächelt. Es ist ein Erbstück und ich finde sie todschick.“
Meine Antwort darauf „Ich finde SIE ganz schick, mit der Mütze und auch sonst.“
Da grinsten wir uns beide an und gingen jeder in seine Richtung weiter.

Heute vormittag war ich in der Arztpraxis ein bissel schneller als sonst „dran“. Ich hatte mich gerade vorsichtig plaziert, dem mir gegenübersitzenden älteren Herrn und die jünger als ich aussehende Frau leise begrüßt und mir eine Zeitung zum Lesen genommen, als ich nach zweimaligem Blättern schon aufgerufen wurde. Die Begutachtung und Behandlung meines „Aua´s“ dauert ja glücklicherweise nicht mehr so lange wie anfangs, denn die Heilung geht gut voran.
Ausgerüstet mit dem Behandlungswässerchen und weiteren Mitnahmezeugs, ging ich am Tresen vorbei zur Garderobenecke. Da half gerade der ältere Herr der jungen Frau in ihren Mantel. Sie äußerte überrascht „oh, vielen Dank, der Herr“ und liess es sich gefallen, dass er ihr behilflich war. Ich fand das süß und legte meinen Kram erstmal auf dem nächstbesten leeren Wartezimmerstuhl ab. Denn ich wollte nicht drängeln, hatte es ja auch nicht eilig.
Der Herr sagte lachend „Tja, ich bin eben ein Gentlemen der alten Schule…“ und verbeugte sich leicht vor ihr, dann vor mir, meinte dabei zu mir „Sie kennen das? “ und nahm meine Jacke von der Garderobe. Was das alles für eine ungezwungene, fröhliche Stimmung in einem Hausarzt-Tresen-Wartezimmer-Bereich auslösen kann…

Die Empfangsschwester und die beiden Arzthelferinnen waren jedenfalls begeistert und es entstand eine kurze, fröhliche Stimmung.
Ein freundlicher Gruß, mit „Schönes Wochenende“ und so… dann verließen wir beiden „Mädels“ das Wartezimmer, mit einem Lächeln nochmal an den älteren Gentlemen.

Die junge Frau meinte auf dem Weg nach unten zu mir „Der war aber niedlich.“ Und ich antwortete „Ja, so sind viele der älteren Herrschaften. Sie freuen sich doch auch nur über kleine Nettigkeiten.“

So ist es und es ist immer wieder schön. Es macht Mut und es macht den Tag heller.
Danke fürs Lächeln.

ein Lächeln für dich

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