Selbstbewusstsein darf Frau haben dürfen

Ein Bericht im alltäglichen News- und Nachrichtengewirr hat mich stutzig gemacht heute:
Bornheim hält an Schwimmbadverbot fest

link zu wdr.de: schwimmbad-verbot
Haben denn die betroffenen Mitarbeiterinnen und Schwimmbadbesucherinnen, die von diesen einzelnen männlichen Personen belästigt oder irgendwie „angemacht“ wurden, still geduldet? Nee, sie haben es offendeutlich gesagt…

ein Satz:  Zitat „Das Verbot trifft die falschen. Es hat weniger Folgen für die Männer, die gerne schwimmen wollen, sondern vor allem für die Kinder. Die können nur mit ihren Vätern schwimmen gehen. Die muslimischen Mütter machen das nicht, weil sie sich genieren und das nicht gewohnt sind.brachte mich dann auch wieder zum Nachdenken…

Was „dürfen“ denn die muslimischen Mütter mit ihren Kindern „machen“ – gemeinsam machen? Wie weit „dürfen“ sie am Alltagsleben ihrer Kinder teilnehmen, wie weit „dürfen“ sie die Kindheit ihrer Kinder eigentlich miterleben?

Das ich religiös unwissend, „ungläubig“ bin, hatte ich schon mal hier „erwähnt…
link zur Blogseite „Ist (alles) eine Frage des Glaubens?“

Dazu stehe ich und dafür schäme ich mich auch nicht.
Oft bin ich sogar meiner Mum dankbar dafür, dass sie uns im Glauben an uns selbst erzogen hat, auch wenn die „politische Macht“ damals „nicht ohne“ war. Die haben wir halt mitgemacht, weil es uns als Kinder zum Beispiel gefallen hat, zweimal im Jahr zu gnadenlos günstigen Konditionen in ein  Ferienlager mitfahren zu können.
Weil es oft interessante Nachmittage waren, die wir „halstuchgeschmückt“ in einer lustigen und meist kunterbunt-fröhlichen Gemeinschaft miteinander verbrachten. Wobei mir das Tuch an sich und dessen „Bedeutung“ eher unwichtig waren. Ich konnte das „Ding“ noch nicht mal „korrekt“ verknoten, wie es von einigen Herrschaften erwünscht wurde. War mir aber auch egal und meiner Mum auch.

Aber ich will nicht ausschweifen… wobei…
Als Kind ist es einfach schön und meiner Meinung nach sehr wichtig, mit beiden Eltern was gemeinsam zu erleben, zu unternehmen. Eine Mutter sollte doch einfach mit ihren Kids ins Frei- oder Schwimmbad gehen können, ohne sich zu „genieren“… Genauso wie sie sie in die Schule zu Aufführungen begleiten, mit ihnen mal durch die Stadt bummeln, ihren Stolz auf sie zeigen dürfen sollten und soweiter.

Gerade eine Mutter… soll sich „genieren“? Sie soll nicht an der Plantscherei-Freude ihres Nachwuches teilhaben dürfen? Sie soll nicht in die fröhlichen, lachenden Augen ihrer Kiddies schauen dürfen, sich nicht daran erfreuen dürfen? Wie schlimm und traurig…

Danke, meine Mutti. Ich bin stolz auf dich und deine – unsere Gedanken- und Gefühls-Freiheit.

Und ich mag viele der mittlerweile hier angekommenen Asyl-Suchenden in unserem (recht großen) Bekanntenkreis, die sich von den, nach eigenen Aussagen oft bedrückenden, Glaubens-„Vorschriften“ distanzieren, uns fragen, WIE und WARUM das hier so und so ist.
Die das eigene Empfinden, den eigenen Bauch und dessen „Innen-Gefühl“ als wichtig genug spüren, gewisse „Dinge“ zu hinterfragen.
Die, zum Beispiel – wie selbst miterlebt, mit ihrer Tochter im Kita-Alter ins Schwimmbad mitfährt, sich selbst und die „Kleine“ in einen ganz normalen gut geschnittenen Badeanzug kleidet und dann erhobenen, wachsam-stolzen Hauptes die Annehmlichkeiten des Ausflugsziels gemeinsam genießt.
Die in einer Drogerie beim gemeinamen Einkauf mit mir… von jungen, offensichtlich südländischen (Sorry, mir fällt keine andere Kurzbeschreibung ein!) Männern mit bösen, verachtenden Blicken und offensichtlich angstmachenden Worten bedacht wurde. Die mich dann mit großen Augen ansah, mit Angst darin.
Die aber auch meinen „ich achte auf dich“ Blick gesehen hat, den ich ihr sofort nach meiner Situations-Wahrnehmung zugeworfen habe. Ich kann offensichtlich auch böse gucken, denn die „Jungs“ haben nach dem sie mich „in Augenschein“ genommen haben, wortlos den Gang verlassen. Alle vier.

Sie ist mit einem bestimmten Glauben aufgewachsen, hat aber selbst hinterfragt und einiges daraus als für sie nicht akzeptabel empfunden.
Zum Beispiel, sich als Mutter „genieren“ zu „müssen„… oder als „Frau“ verhüllen zu „müssen„.
Sie entscheidet selbst, was für sie und ihre süße Tochter richtig ist. Und achtet auf die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Tochter, die seit einiger Zeit in der Kita schon richtig glücklich ist.
Sie hat Angst vor ihren „Landsmännern“. Weil sie sich hier angekommen, angenommen fühlt. Und sich dabei nicht als „Verräterin“ sieht.

Wir sind stolz auf sie. Und das sagen und zeigen wir ihr auch. Denn sie achtet uns und unsere Art zu leben, wir achten sie und ihre Art zu leben. HIER.

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