Tierbabys in Not

Es mauzte ganz kläglich. Mein Ehemann war sehr erschrocken, als er diesem unsagbar flehenden Gefiepse nachforschte und zwei sehr kleine Katzenbabys vorfand.
Er nahm sich der Tierchen an, die in einem Verschlag lagen, unweit von einem anderen Wesen, was der Größe nach höchstwahrscheinlich die Katzenmama war.
WAR.
Denn dieses Wesen lebte nicht mehr und war auch kaum noch zu erkennen.

Wie unendlich traurig.

Er hockte sich zu den beiden Kleinen und streckte seine Hände aus. Sie tappsten zu ihm hin und liessen ihre kleinen Köpfchen in seine Handflächen gleiten. Eine Handvoll Tier, wie zart und wunderschön.

Es war ihnen anzumerken, dass ihnen diese Wärme wohltat. Sie sahen nicht so wirklich gesund aus, hatten irgendwie verklebte Augen. Aber diese Blicke und dieses Mauzen, wer kann da wegschauen?

Es war nicht möglich, die Herkunft der Katzen zu erfahren, weshalb wir uns bei einer Bekannten in der Nähe eine Transportbox ausliehen. Nach einer improvisierten Mahlzeit mit etwas Weichfutter und Katzenmilch, die uns die Bekannte gab, legten wir die Box mit einem großen Handtuch aus. Die Kleinen waren kräftig genug zum Fressen, sie stuppsten sich gegenseitig an, um auch ja genug Futter und Trinken zu kriegen.

Mittlerweile hatte mein Mann die Telefonnummer des nächsten Tierheims in Erfahrung gebracht, wir legten die Kleinen in die Box, in der sie sich aneinander in das Handtuch reinkuschelten und fuhren zur angegebenen Adresse.

Wir hätten sie gern selbst aufgenommen, denn es ist schon eine Herzenssache, so hilflose kleine Tierwesen zu finden die sich offensichtlich selbst überlassen gewesen waren. Aber wir haben schon 2 Wohnungskatzen, unsere Vernunft war groß genug, um kein „schlechtes Gewissen“ aufkommen zu lassen.  Sie waren eindeutig zu klein, auch unsere Bekannte meinte die wären viel zu jung für die „normale Haltung“.

Die Dame, wo wir die Miezen hinbrachten, ist eine Mitarbeiterin in der Fundtierstelle und kennt sich mit jungen Katzen besonders aus. Wir waren sehr angetan, wie sie die Kleinen begutachtet und beobachtet hat, als sie aus der Box neugierig raustappsten. Sie meinte, dass sie nicht älter als 3 bis 5 Wochen wären und es gut und richtig war, sie zu ihr zu bringen. Sie hat viel Erfahrung und wurde auch in der Fundtierstelle oft mit den jungen Tieren betraut.

Bestimmt erkundigen wir uns in den nächsten Tagen nach den Kleinen.
Aber wir werden sie nicht aufnehmen können. So leid uns das tut.
Unsre 2 sind ausgewachsen, vertragen sich einigermaßen und machen keinen Blödsinn, während wir auf Arbeit sind.
Unser Kater würde sicher denken „Oh, kann ich damit spielen oder ist das was zu Essen?“
Und unsre Madame Sammy würde bestimmt zuerst die Haare aufstellen und fauchend in ihre berühmt-berüchtigte Droh-Pose gehen.  Falls ihr „Tanten-Instinkt“ über ihre „Was soll das nun schon wieder?“ Trotzerei siegen würde, gäbe es vielleicht eine Chance, aber so sind wir uns eben nicht sicher. Denn selbst Felix als kleines Kuschel-Katerchen war ihr einige Tage ein riesen Dorn im Auge…

Somit haben wir zumindest dafür gesorgt, dass die Kleinen Miezen richtig versorgt wurden und werden und nicht erfrieren, verhungern oder zum Fress-Opfer werden.
So traurig die Geschichte ist, es ist ein gutes Gefühl, zwei kleine hilflose Wesen gerettet zu haben.

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