Touristisches Todesritual?

Das traditionelle Sommerfest „Sanfermines“ im nordspanischen Pamplona wird auch in diesem Jahr wieder zu einigen Todesfällen führen.
super-spanisch.de: Sanfermines
In den vergangenen Jahren gab es einige Meldungen von verletzten oder dabei getöteten „Mitläufern“ während des „Encierro“ (Stierlaufes).

Einige meiner Recherchen zu diesem, mir sehr suspekten „Tourismus-Festes“, ergaben, dass es eigentlich ein traditionelles Ehrenfest ist. Zu Ehren des heiligen Firmin dem Älteren, einem Sohn der Stadt, der um das dritte Jahrhundert nach Christus in der Gegend aktiv missionierte.

Nun mag ich mir nicht vorstellen, wie sich die sechs „Kampfstiere“ fühlen müssen, wenn sie durch eine etwas über 800 Meter lange enge Strecke getrieben werden. Getrieben auch von lauten, schreienden Menschen am Rande. Die sich daran ergötzen, wie diese Tiere dann immer wilder und aggressiver werden.
Dann gibt es „mutige“ Läufer, die ihren Mut und ihren Stolz damit verbinden, neben oder vor einem dieser Tiere mit schwenkenden Tüchern herumwedelnd mitlaufen.
Und dabei oft verletzt werden oder sogar zu Tode kommen.

Die bösen Stiere!

Stierkampf Matador

Matador Stierkampf
Foto edited by KatHoSch

Die kommen allerdings definitiv zu Tode! Denn dafür werden sie ja in die Arena getrieben!
Auch ausländische Touristen sollen dabei diese Mutproben machen, was sicherlich auch nicht unwahr ist.
Aber hauptsächlich wird dieses Tierleid unter dem „Deckmantel“ des Tourismus ausgetragen.

Meine Meinung zu sagen nehme ich mir hier „heraus“.

Ich werde niemanden verdammen, niemanden verbal angreifen oder denunzieren.
Aber ich werde auch wieder Tränen in den Augen haben wenn es in den Medien gezeigt wird, was bei diesem  Fest mit den Tieren geschieht.
Wie sich (etwa 10 Stunden nach der Hatz) die sechs ausgewachsenen Stiere in der Arena ihren „Todeskampf“ stellen müssen.
Wie unruhig sie sich in der Masse bewegen, wieviel Angst mit Sicherheit dabei ist.
Wieviel lustige Aggressions-„Show“ von den Menschenmassen und den ach so mutigen Mataderos gezeigt wird.
Wie die Tiere mit den Speeren attakiert werden, sie keine Chance dagegen haben.
Wie diese Speere dann blutig zerfetzend an und in der Haut der Tiere stecken.
Wieviel Leid dabei den Tieren anzusehen ist.
Wie selbstverständlich sie ihren Henkern vorgeführt werden.

Das ist lustig?
Das ist touristisch wichtig und bedeutsam?
Hat der heilige Firmin, der Ältere, sowas jemals im Sinn gehabt?

Das wird mir sicher niemand erklären können oder wollen. Aber es wird sich mir niemals erschliessen, warum sich Menschen an soviel Aggression, unterhaltendem Abschlachten und blutigem Spaß erfreuen können.

Die Stiere werden, wie ich erfahren habe, während der Straßenhatz von Ochsen begleitet, die auf sie beruhigend wirken sollen. Diese Taktik erschient mir allerdings auch zweifelhaft, denn ob den Ochsen DAS bewusst ist?

Ein Gedanke zu “Touristisches Todesritual?

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