mehr Geld für Pflege = mehr Qualität?

Die Pflege wird – mal wieder – revolutioniert, reformiert:
Es soll mehr Geld dafür zur Verfügung gestellt werden.Beim Lesen diese Artikels frage ich mich allerdings, wie Gutachter, welche die Leistungen einschätzen sollen, das Ganze betrachten.
Artikel im abendblatt.de zur Pflege und besserer Einstufung
Einige Jahre habe ich meine ältliche, liebe Nachbarin betreut, auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin.
Unser gemeinsamer Vermieter hatte dazu dann einen Pflegedienst beauftragt, da die Betreuung der Nachbarin in die medizinische Richtung/Pflege ausgeweitet werden musste.

Ich war hauptsächlich zur alltäglichen Betreuung da, hab auch mal Wäsche draussen aufgehängt, während sie solange auf der Terasse saß.
Wir haben viel miteinander erzählt, über ihr Leben, was sie an der neuen Zeit alles interessiert oder ärgert.
Wir haben zusammen gesungen oder sie hat auf meinem kleinen Piano ein paar alte Lieder gespielt.
Wir haben „Karten gekloppt“ und uns Witze erzählt. Wir haben gemeinsam Pizza gemacht, danach musste ich die Küche putzen.
Wir haben viel dabei gelacht und dann „musste“ sie mit mir spazieren gehen um die Kalorien wieder los zu werden.
Dabei haben wir im Park oft die Tiere bewundert, Hasen zum Beispiel oder ein paar Spatzen.
Ich habe ihr beim Benutzen des Rollators geholfen, denn der wird immer wieder zu niedrig eingestellt.
Hin und wieder habe ich auch meinen Freund mitgebracht und da blühte sie dann noch mehr auf.

Aber als ich das Angebot des ambulanten Pflegedienstes las, blieb mir echt die Sprache weg.
15 Minuten wurden für „Wecken, Aufstehen, Zähneputzen und Morgenwäsche“ kalkuliert.
Unser Vermieter hat mir sicher angesehen, was ich darüber dachte.
Ich sah meine „Ommi“ an und fragte sie verwundert, was sie davon hielt.
Sie grinste und antwortete: “ na das wird ein Spaß werden…“

Aber zum Lachen war ihr sicher nicht zu Mute.
Sie genoss die ruhige, fröhliche Atmosphäre, die uns beide verband, das gegenseitige Vertrauen und die Ehrlichkeit.

Der Pflegedienst tat sein Bestes, um ihr die Eingewöhnung in die neuen „Zeiten“ einfacher zu machen.
Durch unser Zusammensein habe ich meinen Respekt vor dem Alter(n) und meine Sicht auf diese Dinge noch mehr verschärft.
Daher werde ich auch weiterhin meine Augen, Ohren und mein Herz offen halten…

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