es war einmal…

Es war einmal ein kleines Mädchen, dem wurden von Eltern, Schwester und Oma viele Märchen vorgelesen.
Das kleine Mädchen liebte diese Stunden, meist abends und in ruhiger Gemütlichkeit.
Aber gewisse Dinge in den Märchen empfand das Kind als sehr grausam.
Es fürchtete sich zum Beispiel vor der Geschichte vom Rotkäppchen.
Wenn der Wolf erschossen wurde. Das kleine Mädchen war immer wieder betrübt, wenn in den Geschichten „böse Tiere“ vorkamen.
Es hatte selbst Meerschweinchen, in der Nachbarschaft Hunde, Katzen, Pferde…
in der KiTa wurde viel draussen gespielt, viele Ausflüge in die nähere Umgebung gemacht.
Es war immer schon neugierig auf alles ringsherum, empfand das „Tun“ der Kinder und Erwachsenen oft als schlimm.
Menschen ärgerten sich gegenseitig, brachten andere aus Spaß zum Hinfallen oder zum Weinen.
Der Hund vom Nachbarnkind, welches grad von anderen Kindern umgeschubst wurde,
saß dann mit großen, traurig schauenden Augen dabei und half „seinem Familienpartner“ in dem er ihn liebevoll anstubste…
Das kleine Mädchen verstand nicht, warum die anderen Kinder da lachten und warum die sowas überhaupt machten.

Der erste Zoobesuch des kleinen Mädchens endete mit Tränen.
Es war unendlich traurig, als es diese große, gestreifte bunte „Katze“ in einem Käfig sah.
Durch die dicken Käfigstangen durch sah es dem Tiger zu, wie er immer wieder ein paar Schritte in die eine Richtung, dann kehrt machte und wieder ein paar Schritte in die andere Richtung ging.
Er sah so majestätisch aus, aber es war für das kleine Mädchen ein so trauriger Anblick, dass es anfing zu weinen und seine Mutti fragte, warum denn der Tiger in dem engen Käfig sei und nur so wenig Platz hätte dass er immer nur hin und her gehen könne?

Die Mutti war etwas ratlos, weil sie damit nicht gerechnet hatte, dass das Kind sich solche Gedanken machte. Dass es so empfindsam war.
Sie meinte, der Tiger sei gefährlich und wenn er nicht im Käfig sei, dann könnte er ja draussen hier die ganzen Menschen anspringen und sie bedrohen.
Das Mädchen fragte daraufhin, warum der Tiger denn gefährlich sei? Es stellte noch viele weitere Fragen…

Nach und nach wurde das kleine Mädchen größer, älter und es interessierte sich immer mehr für die Welt um sich herum:
Es kam zum Beispiel für sich zu dem Schluss, dass es doch ganz klar sei, warum der Tiger im Zoo in dem Käfig gefährlich sei…
Weil er eingesperrt war. Weil er immer nur hin und her laufen konnte. Weil ihn das traurig und mutlos und sauer machte.

Mittlerweile ist das Mädchen schon einige Jahrzehnte alt und weiser, es weiß dass es nicht die ganze Welt verändern kann.
Darüber ist es zwar oft traurig und manchmal fällt es ihm sehr schwer, den Mut nicht zu verlieren.
Die eigene, besonnene Sichtweise auf die Welt, die will es aber behalten.
Es will weiter aufmerksam sein, es freut sich, dass nun „der Tiger“ auch im Zoo mehr Platz und Aufmerksamkeit bekommt.
Dass immer mehr Menschen aufmerksamer den Tieren gegenüber werden, sich immer mehr Menschen für Tiere und die Umwelt engagieren.
Es freut sich darüber, dass sich bei vielen Menschen die Sichtweise auf das eigene Handeln insgesamt zum Besseren, Nachhaltigen ändert.

Erhalten statt zerstören, pflegen statt wegschmeissen, helfen statt wegschauen, Behutsamkeit statt Aggression, Entschleunigung statt Dauertempo….

Ein Gedanke zu “es war einmal…

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